Donnerstag, 5. September 2019

Porsche Taycan

Der Elektro-Porsche ist da

Porsche nimmt endlich das Tuch vom Elektrosportwagen Taycan. Die Zuffenhausener schalten vor allem gegen das Tesla Model S auf Angriff: Der E-Sportler soll bei der Agilität allen davon fahren.

Die Tarnfolien sind entfernt – endlich. Der Porsche Taycan zeigt sein wahres Gesicht. Die Porsche-Design-DNA des Gegners für Teslas Model S kommt deutlich durch, die Anleihen an den 911 sind bei aller Eigenständig deutlich sichtbar. Und auch die Technik des lange erwarteten Elektrosportwagen, der die Zukunft des Zuffenhausener Autobauers massgeblich definieren soll, wird offenbart.

Die Top-Version Turbo S hat bis zu 460 kW (625 PS) im Normalbetrieb und maximal 560 kW (761 PS) Overboost im Modus Launch Control, dann mit 1050 Nm. Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der Taycan so 2,8 Sekunden; Schluss ist erst bei 260 km/h. Bei der Elektromobilität ist die Reichweite entscheidend: Mit gefüllten Akkus kommt der Porsche Taycan Turbo S zwischen 388 und 412 Kilometer (WLTP) weit. Der etwas leistungsschwächere Turbo (maximal 500 kW (680 PS), 850 Nm, 0-100 km/h in 3,2 s, 260 km/h Spizte) schafft bis zu 450 Kilometer.

Die Batterie hat eine Kapazität von 93,4 Kilowattstunden. Aufgrund der Systemspannung von 800 Volt sind die Akkus mit der maximalen Ladeleistung von 270 Kilowatt innerhalb von 22,5 Minuten von fünf bis zu 80 Prozent gefüllt. Nach gut fünf Minuten an einem Gleichstrom-Schnelllader kommt man mit Taycan rund 100 Kilometer weit. Zuhause an einer elf KW-Wechselstrom-Wallbox dauern die fünf bis 80 Prozent circa 6 Stunden. Der Taycan kann bis zu 265 kW rekuperieren.

Erstmals bei einem Stromer: An der Hinterachse befindet sich ein von Porsche selbst entwickeltes Zweigang-Getriebe. Der erste Gang ist für die Beschleunigung zuständig, der zweite für die hohen Geschwindigkeiten. Die 4D-Chassis Control sorgt dafür, dass der 2295 Kilogramm schwere Taycan auch dynamisch um die Kurven kommt. Dabei analysiert das System laufend die Längs-, Quer- und Vertikalbeschleunigung und reagiert entsprechend. Beim Fahrwerk setzt Porsche auf eine adaptive Dreikammer-Luftfederung. Die hilft nicht nur bei der Kurvenfahrt, sondern auch bei steilen Rampen: Bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h kann die Karosserie des Taycan um 20 Millimeter gehoben werden, ab 90 km/h senkt sie sich um zehn Millimeter, bei 180 km/h sind es 22 Millimeter. 

Im Innenraum geht es auf Wunsch ganz und gar nachhaltig zu. Porsche bietet im Taycan erstmals eine komplett lederfreie Ausstattungsvariante an, stattdessen kommen Recyclingmaterialien zum Einsatz. Ganz ohne Nebenwirkungen bleiben die Akkus im Unterboden aber nicht. Sogenannte «Fussgaragen» – das sind Aussparungen in der Batterie im hinteren Fussraum – sollen den Sitzkomfort im Fond gewährleisten. Apropos Garagen: Zwei Kofferräume stehen zur Verfügung. Das vordere Gepäckabteil fasst 81 Liter, das hintere 366 Liter.

Beim Taycan sind zudem Digitalisierung und Konnektivität Trumpf. Das sieht man an dem digitalen Cockpit, bei dem die Sprachsteuerung mit «Hey Porsche» gestartet wird. Updates werden drahtlos in das Auto gespielt. Allerdings fehlt noch ein Head-Up-Display. Das soll Ende 2020 gemeinsam mit dem «Basismodell» auf den Markt kommen. Der Porscha Taycan Turbo S rollt ab 237'500 Franken schon Ende Januar in der Schweiz. Die Preise für den Turbo starten bei 194'900 Franken.

Auto Zürich Car Show

31.10. bis 3.11.2019