Mittwoch, 5. Juni 2019

Ferrari SF90 Stradale

Der erste Ferrari mit Stecker

Es kündigte sich schon einige Monate an und jetzt hat Ferrari Ernst gemacht. Der SF90 Stradale ist das neue Aushängeschild der traditionsreichen Marke mit dem steigenden Pferd. Erstmals verfügt ein Sportbolide aus Maranello über einen Plug-In-Hybridantrieb.

Jetzt hat also auch Ferrari sein erstes Modell mit Stecker. Der SF90 Stradale kommt mit einem 780 PS (574 kW) starken 4,0-Liter-V8-Turbobenziner, der von gleich drei Elektromotoren mit einer Leistung von 156 kW (220 PS) unterstützt wird, die die Gesamtleistung auf 1000 PS (730 kW) schrauben. Während der V8 die Hinterachse antreibt, sind zwei Elektromotoren an der Vorderachse verbaut, was maximale Rekuperation und die entsprechende Traktion garantieren soll. Das dritte Elektromodul ist zwischen achtstufigem Doppelkupplungsgetriebe und Motor verbaut. Damit spurtet der 4,71 Meter lange Ferrari SF90 Stradale aus dem Stand in 2,5 Sekunden auf Tempo 100 und knackt die 200er-Marke in 6,7 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit: 340 km/h. Dem Leistungsgewicht von 1,57 kg pro PS steht ein Anpressdruck von 390 kg (bei 250 km/h) gegenüber. Das maximale Drehmoment von 800 Nm liegt bei üppigen 6.000 U/min an.

Der Pilot kann bei dem Supersportwagen zwischen vier Antriebsmodi (eDrive, Hybrid, Performance, Qualify) wählen, während sich die Bordelektronik um die entsprechende Vernetzung der vier Motoren kümmert. Im Elektromodus soll der knapp 1,7 Tonnen schwere SF90 Dank seiner 7,9-kWh-Batterie überschaubare 25 Kilometer elektrisch zurücklegen können – bei maximal 135 km/h. Wobei der SF90 Stradale rückwärts nur elektrisch rollen kann. Bei normaler Fahrt arbeiten alle vier Motoren zusammen; die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse sowie zwischen den beiden Vorderrädern ist für maximale Fahrzeugdynamik voll variabel.

Besonders sehenswert ist das Heck mit ovalen LED-Leuchten und betont hoch angeordneten Endrohren. Neu entwickelt wurde das so genannte Shut-off-Gurney, ein aktives System am Heck des Fahrzeugs, das den Luftstrom über den oberen Karosseriebereich regelt. So wird bei hoher Geschwindigkeit mit geringer Querdynamikbelastung der Luftwiderstand reduziert, während in Kurven, bei Bremsvorgängen und bei Richtungsänderungen der Anpressdruck erhöht wird.

Der Innenraum des Mittelmotorsportlers wurde um den Fahrer herum entwickelt. Die wichtigsten Funktionen lassen sich über Touchmodule am Lenkrad bedienen und die Informationen digital auf einem 16 Zoll grossen Display dargestellt werden. Ab nächstem Jahr wird der SF90 Stradale das neue Topmodell bei Ferrari. Kostete der LaFerrari stolze 1,5 Millionen Franken, soll die neue Krone der Ferrari-Schöpfung unter einer Million bleiben und bei geschätzt 950'000 Franken liegen.

Auto Zürich Car Show

31.10. bis 3.11.2019