Freitag, 3. August 2018

Der Schweizer Neuwagenmarkt im Juli

Trotz weniger Dieselverkäufen auf Kurs

Kein Sommerloch beim Neuwagen-Verkaufsgeschäft in der Schweiz: Im Juli wurden 25'483 neue Personenwagen in Verkehr gesetzt, 2,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn kamen bislang 183'393 neue Autos auf die Strasse – nur 0,2 Prozent weniger als 2017. Somit hält das Neuwagengeschäft das Vorjahresniveau und die Importeursvereinigung Auto-Schweiz geht davon aus, dass dies auch bis Ende Jahr so bleibt. Obwohl ab 1. September die strengere Abgasnorm Euro 6c und der neue Prüfzyklus WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) gilt. Grund für diese Zuversicht: In der Schweiz gilt als Stichtag für die Umstellung nicht die Erst-Inverkehrssetzung, sondern das Importdatum. Und so dürfen Autos mit der aktuellen Abgasnorm auch nach dem 1. September noch eingelöst werden.

Von den 25'483 im Juli erstmals zugelassenen Autos verfügten 1532 oder sechs Prozent nicht oder nicht nur über einen Verbrennungsmotor. Damit lag die Zahl der Personenwagen mit alternativem Antrieb um 28,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Besonders Hybrid-Antriebe profitieren von diesem Trend. Lag deren Marktanteil im Juli 2017 noch bei 3,3 Prozent, betrug er im vergangenen Monat bereits 4,7 Prozent. Hierbei sind sämtliche Hybridvarianten einbezogen: Vom Mild-, über den Voll- bis zum Plug-in-Hybrid, sowohl in Kombinationen mit Benzin-, als auch mit Diesel-Motor.

«Die zunehmende Elektrifizierung der Antriebsstränge macht sich nun deutlich bemerkbar», kommentiert Auto-Schweiz-Mediensprecher Christoph Wolnik die Entwicklung bei den alternativen Antrieben. Er erklärt sich den Anstieg folgendermassen: «Die Zahl der Modelle mit Verbrennungs- und Elektromotor steigt ständig, zudem kommen immer mehr Motorisierungen als Mild-Hybrid auf den Markt. Hier wird ein elektrischer Startgenerator verbaut, der das Anfahren oder Segeln ohne Einsatz des Verbrenners ermöglicht. Der Verbrauch sinkt spürbar und der Fahrer merkt kaum etwas davon.» Diese Technik werde verstärkt in neuen Diesel-Motoren verbaut, weshalb sich die Zahl der Diesel-Hybride im Juli mehr als verfünffacht habe, wenn auch auf niedrigem Niveau (von 11 auf 58 Fahrzeuge), so Wolnik weiter. Die Verkäufe reiner Dieselfahrzeuge nehmen dagegen weiter ab. Dieses Jahr wurden mit bisher 55'891 Autos mit Selbstzünder 18,8 Prozent weniger verkauft als im Vorjahr.

Auto-Schweiz ist zuversichtlich, das Vorjahresergebnis von 314'000 verkauften Neuwagen wieder zu erreichen, trotz Umstellung auf die neue Abgasnorm Euro 6c zum 1. September. Danach müssen die Verbrauchswerte aller importierten Fahrzeuge nach dem Testzyklus WLTP geprüft werden. Christoph Wolnik erläutert: «Entgegen der EU-Regelung gilt für die Schweiz nicht die erstmalige Immatrikulation als Stichtag für die Umstellung, sondern das Importdatum. Deswegen können Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6b auch nach dem 1. September noch eingelöst, aber nicht mehr importiert werden.»

Auto Zürich Car Show

31.10. bis 3.11.2019