"75 Jahre Ferrari" an der Auto Zürich
Von der Vision zur Legende

Das Leben ausserhalb eines Rennwagens interessierte ihn nicht: Motoren bedeuteten Enzo Ferrari (1898–1988) alles. Seit 75 Jahren beherrschen seine Boliden die Rennstrecken der Welt – und die Träume vieler Sportwagen-Enthusiasten.

Seine 47 Siege auf Alfa Romeo machten ihn zu einem der erfolgreichsten Rennfahrer Italiens und brachten ihm einen Orden ein. Doch erst seine zweite Karriere sicherte ihm eine Poleposition in der Automobilhistorie. Als Enzo Ferrari im Mai 1947 mit dem Typ 125 seinen ersten Rennwagen unter eigenem Namen durchs Werkstor rollen liess, war der aber weniger das Werk eines genialen Ingenieurs, sondern vor allem eines überragenden Motivators.

Mit Leidenschaft, Hingabe und Charisma faszinierte der «Commendatore» genannte Gründer die besten Ingenieure und Fahrer seiner Zeit und trieb sie oft über ihre Grenzen hinaus zu Höchstleistungen. Dabei lebte er allein für die Rennsiege – die Strassensportwagen sollten das nötige Geld in die Kasse spülen.

 

Doch aus der Verbindung von Motorsportleidenschaft, Ingenieursgeist und dank einer ergebenen Kundschaft entstanden in 75 Jahren neben überlegenen Rennboliden auch unzählige Preziosen für die Strasse, die schon ab Auslieferung als künftige Klassiker galten – und heute zu Höchstpreisen gehandelt werden. Die Niki Hasler AG in Basel kuratiert an der Auto Zürich eine Sonderausstellung zum Ferrari-Jubiläum und zeigt jene Modelle aus Privatsammlungen, die den Mythos der Marke Ferrari begründeten.

Die Auto Zürich Classic feiert die ganze Bandbreite klassischer Automobile aller Marken – ob aus Europa oder den USA, ob von Chevrolet oder Mercedes. Doch diese Schau atemberaubender Ferraris dürfte so kaum wiederholbar sein. Denn 75 Jahre alt wird man nur einmal. 

 

Text Andreas Faust