Auto Zürich in neuem Look

«Wir wollen Emotionen teilen»

2. November 2021

Die Auto Zürich ist die grösste Autoshow der Deutschschweiz. Doris und Karl Bieri haben sie dazu gemacht. Nach zwei Jahren Pause wird «ihr Baby» diese Woche wieder munter. Dafür hat die Messe einen neuen, frischeren Look bekommen.

«Die Auto Zürich ist mein Baby», sagt Karl Bieri mit Stolz in der Stimme. Der 70-jährige Zürcher Unternehmer ist Herz und Seele der grössten Automesse der Deutschschweiz. Schon bei der ersten Austragung 1987 war er Aussteller und Mitorganisator. Damals war die Auto Zürich kaum mehr als eine Garagen-Ausstellung mit sieben Marken und 60 Autos. «Trotzdem war es ein Hype, als Zürich plötzlich eine eigene Automesse hatte. Schon im ersten Jahr kamen 27 000 Besucher», erinnert sich Bieri.

Neben seinem Autohandel mit sieben Garagen engagiert sich der Zürcher immer mehr in der Organisation der Auto Zürich und übernimmt schliesslich die Leitung. Zusammen mit Gattin Doris verwandelt er die Messe von einer Provinz-Ausstellung in die grösste Autoshow der Deutschschweiz. Bieri gibt sogar seinen geliebten Job als Autohändler auf, um sich in erster Linie der Auto Zürich widmen zu können.

«Schon als Kind war ich ein Autöler», erklärt Bieri seine Leidenschaft für die Auto Zürich. «Ich verbinde Autos mit Emotionen und will sie mit den Besuchern teilen.» Deshalb haben Motorsport und Tuning seit jeher ihren Platz an der Auto Zürich. 2019 kamen Oldtimer hinzu. «Alte Schönheiten und neueste Autos an einer Messe – eine einmalige Kombination!», sagt Bieri. Klar, gibt es auch dieses Jahr wieder eine Auto Zürich Classic.

Karl Bieri freut sich ungemein, dass die Auto Zürich diese Woche nach der Corona-Pause wieder stattfinden kann. «Wir warteten, bis die Infektionszahlen zurückgingen, deshalb fingen wir etwa drei Monate später mit den Vorbereitungen an.» Nun machen es Zertifikatspflicht und 3G-Regel – geimpft, genesen oder getestet – möglich, die Auto Zürich fast ohne Einschränkungen durchzuführen. «Dabei können sich die Besucher in unseren Hallen absolut sicher fühlen», verspricht Bieri.

Damit die Auto Zürich aber auch wirklich stattfinden kann, war es wichtig, genügend Aussteller zu finden. «Wir haben mit 45 Marken ein volles Haus. Alle sind froh, denn viele Garagen haben in den letzten Monaten auf eigene Ausstellungen verzichtet.» So erlebt Zürich die erste grosse Automesse der Schweiz seit zwei Jahren – seit der Auto Zürich 2019.

Die Bieris haben die zweijährige Pause genutzt, um sich Gedanken übers Konzept und mögliche Verbesserungen zu machen. Resultat: Auch eine Messe kann nachhaltiger sein. So kommt das neue Standkonzept ohne Teppiche aus. «Wir haben pro Jahr 20 000 Quadratmeter Teppich verlegt, welchen wir leider nicht wieder­verwenden konnten wie die Stände.» Damit die Akustik dennoch stimmt, schmücken die Hallenwände nun wiederverwendbare Vorhänge. «Zusammen mit einer neuen Beleuchtung können wir die Autos noch besser ins Zentrum rücken», sagt Bieri.

Für die Aussteller selber ändert sich wenig. Sie bekommen weiterhin einheitliche Stände zur Verfügung gestellt. «Für die Aussteller ist das günstiger, als einen eigenen Stand zu bauen», erklärt Bieri und ergänzt: «Zudem werden alle gleich behandelt. So ist beispielsweise auch für Marken oder Händler mit kleinerem Budget ein guter Auftritt garantiert. Das macht die Auto Zürich so attraktiv.» Neben neuen Beschriftungen und Empfangstischen für die Marken gibts auch kleine Lounges, wo sich die Besucher inmitten der neuen oder alten Autos hinsetzen können.

Die neuen Stände wurden in Zürich-Oerlikon von der Schweizer Firma Aroma AG gebaut. Bieri freut sich schon auf den neuen Look, der eine Investition in die Zukunft der Auto Zürich ist. Denn Bieri ist überzeugt, dass eine günstige nationale Automesse ein Bedürfnis bleibt. «Es ist der beste Ort, wo Kunden Modelle verschiedener Marken vergleichen und sich informieren können.»

Zudem ist die «EV Experience» – Probefahrten mit Elektrofahrzeugen – ein erster Schritt zum Wandel der Automobilmessen hin zum Live-Event für Mobilität. Die neuen Ideen für sein «Baby» gehen Bieri nicht so schnell aus.