Alfa Romeo Tonale

Aufbruch ins Elektro-Zeitalter

18. Februar 2022

Mit dem Tonale bricht bei Alfa eine neue Ära an. Der Kompakt-SUV wird der erste elektrifizierte Alfa und wandelt auf Porsches Spuren. Ein Plug-in-Hybrid mit 275 PS wird zum stärksten Tonale.

Gut Ding will Weile haben. Vor drei Jahren zeigte Alfa die Studie eines kompakten SUV am Genfer Autosalon. Nun haben die Italiener mit dem Tonale endlich die fertige Serienversion vorgestellt. Das am Beste am Alfa-Neuling: Weit weg von der einstigen Studie ist die Serienversion nicht! Moderne LED-Signaturen an Front und Heck, Traditionsanleihen wie die bis zu 20 Zoll grossen Felgen im «Telefonscheiben-»Design, Alfas typischer Scudetto-Kühlergrill – Klasse! Böse Zungen sprechen von der hübscheren Version des Jeep Compass, dem technischen US-Zwilling des Tonale. Zum grösseren Marken-Bruder Stelvio (4,68 m Länge) hält der Kompakt-SUV Respektabstand: 4,53 Meter ist der Tonale lang, kommt auf eine Breite von 1,84 Meter und 1,60 Meter Höhe.

Fast schon überschwänglich feiert Alfa den Tonale bei der Vorstellung als erstes elektrisches Modell der Marke. Das mag leicht übertrieben sein, weil er noch kein reiner Stromer ist. Aber der SUV schlägt den richtigen Weg ein und wird der erste elektrifizierte Alfa. Den Einstieg bilden zwei Mildhybrid-Versionen mit 130 oder 160 PS, die einen 1,5-Liter-Benziner mit einem in der 7-Gang-Automatik integrierten E-Motor kombinieren. Damit lassen sich kurze Strecken rein elektrisch zurücklegen und der Verbrauch entsprechend senken. Daneben wird Alfa auch einen nicht-elektrifizierten Diesel mit 130 PS anbieten. Alle drei Versionen verfügen über Frontantrieb.

Das Topmodell bildet wie beispielsweise bei Porsche oder Peugeot ein Plug-in-Hybrid, der einen 180 PS starken 1,3-Liter-Turbobenziner an der Vorder- mit einem E-Motor an der Hinterachse (122 PS / 90 kW) kombiniert. Damit kommt der Allradler auf stattliche 275 PS (202 kW) und beschleunigt in 6,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Mit der 15,5 kWh grossen Batterie soll der Plug-in-Tonale 60 Kilometer rein elektrisch zurücklegen, im urbanen Umfeld gar bis zu 80 Kilometer. Eine «perfekte Gewichtsverteilung», die äusserst direkte Lenkung, Adaptiv-Dämpfer und ein elektronisches Sperrdifferenzial an der Vorderachse sollen den Tonale laut Alfa fahrdynamisch zum Besten seiner Klasse machen.

Innen richtet sich der SUV an ein junges Publikum: Hinter dem Sportlenkrad finden sich erstmals in einem Alfa Digital-Instrumente mit 12,3 Zoll-Anzeige, an der Mittelkonsole thront ein 10,25-Zoll-Touchscreen zur Bedienung des Infotainmentsystems. Dieses ist selbstredend vollvernetzt, wird Over-the-Air upgedatet und kann auch mit Amazons Sprachassistentin Alexa bedient werden. Punkto Fahrassistenten bietet der Tonale Klassenübliches, etwa Totwinkel- und Querverkehrwarner, halbautomatisches Parken und 360-Grad-Kamera. Dank Notbrems- und Spurhalteassistent sowie adaptivem Tempomat und Verkehrszeichenerkennung fährt der Kompakt-SUV zudem teilautonom auf Level 2.

Als erstes Auto auf dem Markt ist der Tonale mit der sogenannten NFT-Technologie versehen: Mit diesem fälschungssicheren, auf dem Konzept der Blockchain basierenden Digital-Zertifikat können (mit Einverständnis des Besitzers) zum Beispiel durchgeführte Wartungsintervalle erfasst werden – ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal, das auch den Preis des Fahrzeugs auf dem Occasionsmarkt steigern kann.

Der Tonale startet im Juni vorerst mit den Mildhybrid-Antrieben, kurz darauf folgt der Diesel. Das Plug-in-Topmodell wird ab dem vierten Quartal erhältlich sein. Preise gibt Alfa noch keine bekannt.