Range Rover Sport

Dem Namen Ehre machen

17. Mai 2022

Wuchtiger und teurer soll der neue Range Rover Sport werden. Doch er bietet auch mehr fürs Geld: Die dritte Auflage ist agiler, hat mehr Offroad-Programme und kommt als Plug-in-Hybrid bis zu 113 Kilometer weit.

Der neue Range Rover Sport soll seinem Namen ab Ende Sommer noch mehr Ehre machen. Um die vor allem deutsche Konkurrenz zu fordern, wird der britische Edel-SUV noch dynamischer. Das braucht er, um Punkto Agilität mit Porsche oder BMW mithalten zu können.

Der neue, 4,94 Meter lange Range Rover Sport basiert auf der MLA-Flex-Plattform und hat eine um 35 Prozent verwindungssteifere Karosserie als bisher. Dazu kommen ein optionales Sperrdifferenzial an der Hinterachse, ein neu abgestimmter Allradantrieb, Torque Vectoring per Bremseingriff und eine aktive 48-Volt-Wankstabilisierung – ähnlich wie der Bentley Bentayga. Die Elektromotoren haben mit 1400 Nm aber mehr Drehmoment, dadurch können die elektrisch angesteuerten Querstabilisatoren noch schneller agieren.

Beim Fahrwerk setzen die Briten auf eine Zweikammer-Luftfederung mit adaptiven Bilstein-Dämpfern. Zum Vergleich: Beim Luxusbruder Range Rover sind Einkammer-Luftfedern verbaut. Damit diese Dynamik-Bauteile aber auch tatsächlich den gewünschten Effekt bringen, jagten die Ingenieure den 2,3 Tonnen schweren Range Rover Sport etliche Runden über die Nürburgring-Nordschleife. Eine Hinterachslenkung, bei der die Räder mit bis zu 7,3 Grad einschlagen, hilft beim Rangieren genauso wie die 360-Grad-Kamera.

Bei aller Sportlichkeit bleibt ein Range aber immer noch ein Rover. Also muss er auch abseits befestigter Strassen funktionieren. Wie der Name schon sagt, ist die «Adaptive Off-Road-Cruise-Control» ein adaptiver Tempomat, wenn es über Stock und Stein geht. Je nach Geländebeschaffenheit stehen vier Fahrprogramme zur Wahl, das System übernimmt den Rest und der Pilot muss nur noch lenken.

Im Interieur vollzogen die Designer Reduktion und Nachhaltigkeit. Auf Wunsch sind die Sitze aus recycelten Materialien und im Cockpit gibts weniger Knöpfe als bisher. Im Zentrum der neusten Version des Infotainment-Systems steht der 13,1-Zoll-Touchscreen mit Bedienelementen, die wie bei Audi ein haptisches Feedback geben, wenn man sie berührt und eine Aktion initiiert.

Die Lautsprecher des Soundsystems sind hinter schalldurchlässigem Stoffbezug versteckt und damit unsichtbar. Der Klang wird laut Land Rover nicht beeinträchtigt. Die virtuellen Instrumente werden hinter dem Lenkrad auf einem 13,7 Zoll grossen Monitor dargestellt. Interessant: Die Fläche unter der scheinbar schwebenden Mittelkonsole nennen die Briten «Fireplace», also Feuerstelle.

Für den neuen Range Rover Sport steht eine Palette leistungsstarker und effizienter Antriebe bereit. Aus dem Angebot verschwunden sind die Vierzylinderaggregate. Zur Wahl stehen dafür Sechszylinder-Plug-in-Hybride mit 440 bis 510 PS und bis zu 113 Kilometer elektrischer Reichweite, Mildhybrid-Sechszylinder-Diesel mit 249 bis 350 PS sowie ein Sechszylinder-Benziner mit 400 PS und ein neuer 4,4-Liter-V8-Twinturbo mit 530 PS.

Ab 2024 wird Land Rover dann auch einen vollelektrischen Range Rover Sport anbieten. Die Einstiegsvariante D250 startet ab stattlichen 112’100 Franken.