Schweizer Automarkt im August

E-Autos boomen weiter

02. September 2022

Der Schweizer Automarkt hat sich im August leicht erholt. Im Vergleich zum letzten Jahr konnten fast gleich viele Autos verkauft werden.

Nur 72 Autos fehlten im Vergleich zum August 2021: Mit 16'384 Neuwagen erreichten die Neuwagen-Verkäufe im August 2022 fast das Niveau des Vorjahresmonats – lediglich 0,4 Prozentpunkte blieben die Autoimporteure hinter dem Resultat im August 2021 zurück. In Anbetracht der anhaltenden Versorgungsproblem mit Zulieferteilen ist das laut Importeursvereinigung Auto-Schweiz ein gutes Resultat. Über das ganz Jahr liegt der Automarkt mit 141'659 Neuzulassungen aber immer noch um 11,7 Prozent hinter dem Vorjahresstand.

Die derzeitigen Diskussionen über eine drohende Strommangellage haben bislang keinen Einfluss auf die Absatzzahlen von Elektroautos oder Plug-in-Hybriden. Ihr Marktanteil lag im August bei 21,6 Prozent. Allerdings wurden die letzten Monat eingelösten Elektroautos schon vor einigen Monaten bestellt, als noch keine Rede von möglicher Stromknappheit war. Der effektive Einfluss dieser Debatte und der Energiespar-Empfehlungen des Bundes auf den Stromer-Absatz dürfte erst Ende Jahr bemerkbar sein.

Noch liegen die Steckerfahrzeuge mit 22'302 Elektroautos und 12'059 Plug-in-Hybriden 13,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Elektrisch angetriebene Fahrzeuge tragen aufgrund des Schweizer Strommix mit einem niedrigen Anteil an fossilen Energieträgern massgeblich zur Senkung des CO₂-Ausstosses bei. Gleichzeitig verbrauchen die gut 70'000 Elektroautos, die per Ende September 2021 auf Schweizer Strassen verkehrten, laut Bundesamt für Energie (BFE) nicht einmal 0,4 Prozent der landesweiten Stromproduktion.

Für Auto-Schweiz-Präsident Albert Rösti sind die derzeitigen Diskussionen um eine mögliche Strommangellage im kommenden Winter Gift für die weitere Entwicklung der Elektromobilität: «Sparmassnahmen sollten nicht zuerst diejenigen treffen, die in den letzten Jahren als Pioniere vorangegangen sind und ein CO₂-effizientes Elektroauto gekauft haben. Zudem ist der Verkehr systemrelevant für unsere Gesellschaft.» Gleichzeitig räumt Rösti aber auch ein, dass die aktuelle Energiekrise das von der Europäischen Union angepeilte Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 infrage stellt.