Porsche 911 GT3 RS

Ein Heckspoiler wie in der Formel 1

24. August 2022

Der König der Elfer ist zurück. Porsche hat den 911 GT3 RS enthüllt. Mit neuster Rennsporttechnik wird er noch stärker und noch extremer. Sogar in der Formel 1 hat sich Porsche bedient.

Die Erwartungen an einen neuen Porsche sind immer hoch. Doch beim GT3 RS als ultimativem 911 sind sie nochmals höher. Damit diese nicht enttäuscht werden, gibts die neuste Rennsporttechnik. Aus dem reinrassigen Rennwagen GT3 R wurden das Kühl- und Aerodynamikkonzept in die kaum zahmere Strassenversion verpflanzt.

Für die Kühlung opferten die Porsche-Ingenieure den Laderaum in der Front. Die drei bisherigen Kühler werden zugunsten eines einzigen grossen Kühlers ersetzt, der sich genau dort befindet, wo in allen anderen 911ern der Kofferraum ist.

Dadurch wurde in den Seiten Platz frei, den Porsche jetzt für aktive Aerodynamikelemente nutzt. Stufenlos verstellbare Flaps an der Front sowie am geteilten Heckflügel sorgen in Kombination mit anderen Aerodynamikmassnahmen für mächtige 409 Kilo Gesamtabtrieb bei Tempo 200. Damit generiert der neue 911 GT3 RS doppelt so viel Anpressdruck wie sein Vorgänger und dreimal so viel der normalen 911 GT3. Bei Tempo 285 erhöht sich der Abtrieb auf 860 Kilo.

Erstmals gibt es in einem Serien-Porsche ein Drag-Reduction-System (DRS) wie in der Formel 1. Damit lässt sich aber nicht nur der Heckflügel auf Geraden per Knopfdruck flach stellen. Bei einer Vollbremsung wird auch eine Luftbremse aktiv, indem die Flügelelemente an Front und Heck maximal angestellt werden. Spektakulär: der Heckflügel ist nicht nur gewachsen, sondern erstmals höher als das Dach des GT3 RS.

Die veränderte Aerodynamik macht sich selbst beim Fahrwerk bemerkbar. Da das Radhaus durchströmt wird, haben die Bauteile der Doppelquerlenker-Vorderachse ein Tropfenprofil, was den Abtrieb an der Vorderachse bei Höchstgeschwindigkeit um rund 40 Kilo steigert. Ausserdem wurde die Spur des RS im Vergleich zum GT3 nochmals um 29 Millimeter breiter.

Weniger getan hat sich beim Motor: Der vier Liter grosse Sechszylindersauger mit 510 PS (370 PS kW) des GT3 bekam nur einen dezenten Leistungsnachschlag auf 525 PS (386 kW). Das sind nur 5 PS mehr als beim Vorgänger. Das Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen verfügt gegenüber dem 911 GT3 über eine verkürzte Gesamtübersetzung, was die Höchstgeschwindigkeit von 320 auf 296 km/h reduziert. Dafür beschleunigt der 1450 Kilo schwere Hecktriebler in rasanten 3,2 Sekunden von null auf 100 km/h. Für die entsprechende Verzögerung sorgen grössere Bremsen als im GT3. Der Normverbrauch liegt bei 13,4 Litern pro 100 Kilometer.

Ohne Aufpreis ist der 911 GT3 RS auf Wunsch mit dem Clubsportpaket erhältlich. Dieses macht ihn mit Überrollbügel, Feuerlöscher und Sechs-Punkte-Gurt fit für den Renneinsatz. Noch sportlicher wirds mit dem aufpreispflichtigen Weissach-Paket. Damit lässt sich noch etwas Gewicht sparen, weil Frontdeckel, Dach, Aussenspiegel und Teile des Heckflügels aus Karbon sind.

Noch ist etwas Geduld gefragt. Erst im nächsten Februar rollen die ersten Modelle in die Schweiz und der Porsche 911 GT3 RS wird dann ab 278'500 Franken kosten. Im Preis inbegriffen ist eine exklusive Porsche-Armbanduhr, die in Porsches eigener Uhrmanufaktur im Kanton Solothurn gefertigt wird.