Aston Martin Valhalla

Ein Renner für Götter

2. September 2021

Für seinen neuen Supersportler hat sich der britische Sportwagenhersteller Aston Martin im Schatz nordischer Mythen bedient. Der Plug-in-Hybride namens Valhalla fasziniert mit sagenhaften Fahrleistungen und spektakulärem Design.

Traditionen sind gut. Aber manchmal schadet eine Auffrischung nicht. Diese gönnt sich Aston Martin bei den Modellbezeichnungen. Die englische Luxusmarke kommt weg vom Kürzel DB und bedient sich neu in der nordischen Sagen- und Götterwelt. Nach dem Valkyrie, benannt nach den Schlacht- und Schildjungfern, welche die gefallenen Krieger nach Walhalla geleiten, ist nun der nordische Olymp selber dran. Der mythische Ort teilt sich den Namen mit dem voraussichtlich 2023 startenden Aston Martin Valhalla.

Das Design scheint einen ebenfalls in den Olymp zu entführen – oder wohin auch immer. Jedenfalls verlieren wir uns in den geschwungenen Formen und Kurven dieses neuen Supersportlers. Er wurde zusammen mit dem Formel-1-Team von Aston Martin entwickelt. Die strukturelle Basis bildet eine Wanne aus Kohlefaser, der grösste Teil der gut 1,5 Tonnen schweren Karosserie besteht aus Leichtbau-Komponenten. Die beiden Auspuff-Endrohre treten nach oben aus und die mit aktiven Klappen ausgerüstete Abgasanlage sorgt für den passenden Klang.

Mit Spoilern hält sich Aston Martin beim Valhalla weitgehend zurück und setzt lieber auf eine extreme Durchströmung. Ausserdem sollen abhängig von der Fahrsituation verändernde Karosserieoberflächen und aktive Luftleitelemente die Aerodynamik steuern. Bei Tempo 240 dürfte der Valhalla so 600 Kilogramm Abtrieb erzeugen.

Angetrieben wird er von drei Motoren: einem V8-Verbrenner, als Mittelmotor platziert, sowie zwei Elektromotoren, je einer an der Vorder- und der Hinterachse. Der Vierliter-Twinturbo-Benziner liefert 450 PS (330 kW) ausschliesslich an die Hinterräder. Das Hybridsystem liefert noch einmal 150 kW (204 PS). Zusammen kommen die Motoren auf eine Systemleistung von 950 PS (698 kW) und ein maximales Drehmoment von 1000 Nm.

Rein elektrisch kommt der Valhalla gerade mal 15 Kilometer weit und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Der Antrieb erfolgt dann ausschliesslich über die Vorderachse. Wenn alle Motoren gemeinsam zu Werke gehen, liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 330 km/h und der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert laut Aston Martin gerade mal 2,5 Sekunden. Um Gewicht zu sparen, verzichtet Aston Martin auf einen Rückwärtsgang – das ist wie bei Ferrari Aufgabe des Elektroantriebs.

Innen geht es ziemlich eng zu. Dafür ist das Aus- und Einsteigen in den Zweisitzer dank der nach vorne schwingenden Flügeltüren relativ bequem. Die beiden Schalensitze sind fest fixiert, dafür lassen sich Pedale und Lenkrad auf die Bedürfnisse des Fahrers einstellen.

Das Design des Cockpits übernimmt zahlreiche Elemente aus dem Valkyrie. Die Instrumente sind digital, als Kommandozentrale fungiert ein Touchscreen, in den sich auch AndroidAuto und Apple CarPlay einbinden lassen. Das multifunktionale Lenkrad, über das auch die Fahrstufen angewählt werden, ist oben und unten abgeflacht. Noch völlig offen ist, wie oft Aston Martin den Valhalla bauen wird und was er kosten soll. Die Gerüchte reichen von 500 bis 800 Exemplaren zu Preisen von 860'000 bis über eine Million Franken.