Ford Ranger Raptor

Endlich ein echter Raubvogel

25. Februar 2022

Nun wird der Raptor, also Raubvogel, seinem Ruf gerecht. Mit dem neuen Ranger nutzt Ford die Gelegenheit, um der sportlichen Topversion mehr Power zu geben. Das heisst, Benzin statt Diesel und sechs statt vier Zylinder.

Die Vorfreude war gross, die Enttäuschung noch grösser! So war es bei Fords Power-Pick-up Ranger Raptor. Die Ankündigung löste Begeisterung aus, die aber schnell verebbte, als bekannt wurde, dass es den Wüsten-Renner nur mit Vierzylinder-Diesel gibt, mit dessen 213 PS es jeder Familien-Kombi aufnehmen konnte.

Vergangenen Herbst enthüllte Ford nun die neue Generation seines Pick-ups für Europa, der sich künftig die Technik mit VWs Pendant Amarok teilen wird. Beide Marken arbeiten bei ihren Nutzfahrzeugen zusammen. Und jetzt folgt der neue Ranger Raptor – ein Turbobenziner und mit sechs Zylindern! Mehr hat auch Fords Hyper-Sportwagen GT nicht. Dazu kommt eine 10-Gang-Automatik.

Mit zwei Turboladern liefert der Power-Pick-up 288 PS (212 kW) und ein maximales Drehmoment von 491 Newtonmetern. Zum Strassen-Sportwagen im herkömmlichen Sinne wird er so natürlich dennoch nicht – aber im Gelände: Baja, so heisst der sportlichste von sieben Fahrmodi. Eine Anspielung auf die mexikanische Baja California, eine schmale Landzunge, die an den US-Bundestaat im Süden anschliesst. Hier sind Offroad-Rennen mit hochgezüchteten Pick-ups und Buggies ein Volkssport, in dem auch Profi-Teams mitmischen. Das berühmteste ist die Baja 1000, ein Non-Stop-Rennen über rund 1600 Kilometer Schlamm, Staub und Steine.

Wahrscheinlich wären Wüsten-Racer eine mögliche Zielgruppe für den Ranger Raptor. Vor allem das Fahrwerk hat Ford für die höheren Belastungen optimiert. Komplett neu ist der Allrad. Statt eines mechanisch zuschaltbaren 4x4, der sich verspannen kann, hat der Raptor neu permanent Allrad. Dieser verteilt die Traktion jederzeit optimal an alle vier Räder. Dazu gibts Geländeuntersetzung und Differenzialsperren vorne und hinten, adaptive Dämpfer mit Spezialöl-Füllung, die auch hohe Temperaturen verträgt, und mehr Federweg an beiden Achsen.

Für den passenden Sound sorgt eine vierstufig verstellbare Klappenauspuffanlage. Finger weg dabei vom Baja-Mode mit völlig offenen Klappen – damit dürfte man sich in der Nachbarschaft keine Freunde machen. Aber der Raptor kann auch zahm, krabbelt per Tempomat mit bis zu 32 km/h unaufhaltsam durchs Gelände und taugt gar zum Reisen dank ordentlicher Ausstattung. Serienmässig kämpft auch ein 640-Watt-Soundsystem gegen den Baja-Modus der Abgasanlage an.

Den bisherigen Raptor-Turbodiesel mit 213 PS (157 kW) gibts allerdings weiterhin – in den normalen Ranger-Versionen. Marktstart für den neuen Ranger Raptor wird Ende Jahr sein. Die Preise sind noch offen.