MERCEDES C-KLASSE

Hightech statt Power

26. Februar 2021

Der Stern verschwindet bei Mercedes – zumindest von der Haube der neuen C-Klasse. Zudem gibts den weltweit am besten verkauften Mercedes in Zukunft nur mit Vierzylinder-Motoren. Aber das Mittelklasse-Mobil weiss zu überzeugen.

Das wichtigste Modell von Mercedes? Viele würden «S-Klasse!» sagen. Doch so sehr das Flaggschiff die neusten technischen Entwicklungen mitbringt und fürs Prestige der Marke mit Stern sorgt, so wichtig ist auch die C-Klasse: Sie verdient sozusagen die Brötchen. Inklusive des Vorgängers Mercedes 190 wurden von fünf Auflagen 10,5 Millionen Stück verkauft. Auch die A-Klasse verkauft sich zwar wie geschnitten Brot, aber die C-Klasse hat einen Vorteil: ihre Beliebtheit in China. Dies ist der wichtigste Markt für die Mittelklasse-Limousine. Für uns ist der ebenfalls gleich mit erneuerte Kombi, T-Modell genannt, ebenso wichtig.

Der grösste Änderung beim Design ist eigentlich ganz klein. Der traditionsreiche Stern auf der Haube fällt weg – zumindest bei der C-Klasse. Seit 2014 konnte man das Markenzeichen im Grill statt auf der Haube haben. Da dies deutlich mehr Anklang fand, streicht Mercedes den Haubenstern ganz! Auch, weil die neue C-Klasse – intern W 206 – noch mehr auf coupéhaft und Sportlichkeit macht. Schneidig sieht sie aus mit ihrer gepfeilten Front. Am Heck gibts dafür wie bereits bei der gelifteten E-Klasse und der neuen S-Klasse neu waagrechte statt senkrechte Rücklichter.

Innen heisst das Motto: S-Klasse auf sportlich. Die Digital-Instrumente sind 12,3, der Touchscreen 11,9 Zoll gross, auch ein grosses Head-up-Display ist da. Alles wirkt exzellent verarbeitet und edel im Wettbewerb gegen Audi A4, BMW 3er und Co., und die C-Limousine legt um 6,5 Zentimeter auf 4,75 Meter Länge zu. Die Fondtüren dürften ruhig noch etwas weiter aufschwingen, aber selbst hinten gibts mehr als genug Raum. Trotz mehr Kniefreiheit wird der Wendekreis kleiner: dank Hinterachs-Lenkung. Um je 30 Liter grösser wird der Laderaum: Limousine 455, T-Modell 490 bis 1510 Liter.

Fast selbstredend voll dabei ist die C-Klasse bei Konnektivität und bei der Assistenz. Nur zwei Beispiele: Die Verkehrszeichen-Erkennung «sieht» künftig auch Zusätze wie «bei Nässe», der Radartempomat erkennt Rotlichter, und das LED-Pixel-Licht strahlt wie im neuen S aus 1,3 Millionen Lichtpunkten je Seite.

Bei den Antrieben gibts eine Zäsur: Die C-Klasse wird es nur noch mit vier Zylindern geben, selbst die AMG-Versionen. Zum Marktstart im Sommer kommen gibts je fünf Turbobenziner mit 170 bis 258 PS (125 bis 190 kW) und Turbodiesel mit 163 bis 265 PS (120 bis 195 kW), je wahlweise mit Heck- oder Allradantrieb. Alle verfügen über 9-Stufen-Automatik und Mildhybrid-System mit 20 PS (15 kW) und 200 Nm Extra-Boost. Ende Jahr folgt ein heckgetriebener, 313 PS (230 kW) starker Plug-in-Hybrid mit knapp 100 Kilometer elektrischer Reichweite. Die Preise der neuen C-Klasse wurden noch nicht bekannt gegeben.