SsangYong Korando e-Motion

Mit zwei Jahren Verspätung

23. März 2022

Die südkoreanische Automarke SsangYong sagt nur wenigen etwas und wäre 2021 fast eingegangen. Doch SsangYong ist wieder zurück und lanciert einen richtig gelungen Elektro-SUV.

Der 21. Dezember 2020 war ein schwarzer Tag für die südkoreanische Automarke SsangYong. Der Autobauer musste 66 Jahre nach der Gründung Insolvenz anmelden nach turbulenten Jahren mit zahlreichen Besitzerwechseln, aber auch der Wende hin von Design-Fails zu allemal ansehnlichen Autos.

Die Insolvenz war aber nicht das Ende. Der südkoreanische Elektrobus-Bauer Edison Motors hat den Sanierungsfall SsangYong übernommen. Die Pläne für die asiatische Offroad-Marke sind kein Geheimnis: SsangYong soll zum E-Auto-Bauer umgebaut werden. Und das erste Fahrzeug steht bereit: der Korando e-Motion.

Der Kompakt-SUV wurde schon bei seiner Erneuerung 2019 auch als Elektroauto konstruiert. Pandemie, Insolvenz und Chip-Krise haben den Start aber verzögert. Wer zweifelt, muss sich nur anschauen, wie clever die Ingenieure die Elektro-Technik verbaut haben: Trotz Lithium-Akku im Unterboden und E-Motor an der Vorderachse gebt es keine Platzeinbusse gegenüber dem konventionellen Korando. Der Kofferraum mit variabel auf- und einstellbarem Ladeboden bietet genug Platz (551–1248 l) für Gepäck und Ladekabel, auf der Rückbank des 4,47 Meter langen SUVs freuen sich selbst grosse Passagiere über viel Platz – kaum ein anderer Kompakter bietet mehr. Und er kann 1500 Kilo schwere Anhänger ziehen.

Das Cockpit ist schön verarbeitet: übersichtliche Digital-Instrumente, Knöpfe statt Touchscreen-Untermenüs für die Klimaanlage und ein mittiger 9-Zoll-Bildschirm mit integriertem und übersichtlichen TomTom-Navi. Selbst kabelloses Smartphone-Laden ist optional möglich. Fehlt nur ein Head-up-Display.

Dank 190 PS (140 kW) und 360 Nm geht es flott zur Sache: In 8,5 Sekunden flitzt der 1,9 Tonnen schwere SUV auf Tempo 100. Die Spitze liegt bei abgeregelten 156 km/h. Es gibt die üblichen Fahrmodi (Eco+, Eco, Komfort, Sport), und die drei Rekuperations-Stufen, mit denen der e-Motion maximal 80 kW in den Akku zurück speist, lassen sich über Wippen am Lenkrad einstellen. Der 62-kWh-Akku macht den Korando allerdings nicht zum Langstrecken-König: Laut Norm sinds 339 Kilometer, in der Stadt bis zu 474. Im Alltag dürften um 300 Kilometer realistisch sein, denn wie bei allen E-Autos ist die Autobahn kein Freund. Mit einer Leistung von 80 kW dauerts 33 Minuten, bis der Akku von 20 auf 80 Prozent geladen ist.

Der SsangYong Korando e-Motion kann nicht ganz verbergen, dass er eigentlich schon vor drei Jahren entwickelt wurde. Dafür passt aber der Preis: Ab 39'190 Franken inklusive sieben Jahre Garantie ist eine echte E-Auto-Kampfansage.