SCHWEIZER AUTOMARKT 2020

Rekordjahr für Elektroautos

8. Januar 2021

Die Corona-Pandemie hat 2020 für das schlechteste Autojahr seit über 40 Jahren gesorgt. Nur 236'828 neue Autos wurden verkauft. Doch es gibt auch positives. Der Anteil alternativer Antriebe erreicht einen neuen Höchststand – allen voran die Elektroautos.

Die alternativen Antriebe haben letztes Jahr eine Marktanteil von 28,2 Prozent erreicht. Das ist ein neuer Rekord! 14,2 Prozent aller neu zugelassenen Autos 2020 hatten sogar einen Stecker, waren also reine Elektroautos oder Plug-in-Hybride. Damit hat die Importeursvereinigung Auto Schweiz ihr selbstgesetztes Ziel von zehn Prozent Steckerautos deutlich übertroffen.

Insgesamt sind im abgelaufenen Jahr 66'687 Fahrzeuge mit Alternativ-Antrieb auf die Strassen gekommen, 63,8 Prozent mehr als 2019. Das Wachstum geht vor allem auf die Plug-in-Hybride zurück (14'429, +238,6%), aber auch reinelektrische Modelle (19'504, +48,2%) und Hybridautos ohne Lademöglichkeit (22'010, +46,1%) legten kräftig zu. Zudem wurden 42 neue Wasserstoffautos eingelöst, 17 mehr als 2019. Fahrzeuge mit CNG-Antrieb konnten nicht an das vierstellige Niveau der Vorjahre anknüpfen (562, -55%). Der Diesel kommt auf 51'823 Neuzulassungen (-34,7%) und erreicht einen Marktanteil von 21,9 Prozent (2019: 25,5). Fast jeder zweite Neuwagen 2020 verfügt über Allradantrieb, der 4x4-Marktanteil geht im Vergleich zu 2019 um 1,4 Prozentpunkte auf 50 Prozent zurück.

Insgesamt ist der Schweizer Automarkt im letzten Jahr aber regelrecht eingebrochen. Nur 236'828 Neuwagen wurden verkauft. Das sind mit 24 Prozent fast ein Viertel weniger als noch 2019. Der Grund dafür sind die Corona-Krise und die damit verbundene Schliessung der Showräume für zwei Monate im Frühling, eine traditionell sehr wichtige und verkaufsstarke Zeit für die Schweizer Autobranche. Nach den Lockerungen im Mai entspannte sich die Lage zwar, aber trotzdem blieben die Absatzzahlen in jedem Monat hinter dem Vorjahr zurück.

Auto Schweiz rechnet für 2021 mit einer leichten Erholung und erwartet einen Absatz von 270'000 Neuwagen. Dabei räumt Auto-Schweiz-Sprecher Christoph Wolnik ein: «Diese Schätzung basiert auf der Annahme, dass die negativen Folgen der Covid-19-Pandemie möglichst bald eingedämmt werden.» Bei der weiteren Entwicklung der alternativen Antrieben erwartet Auto Schweiz hingegen eine Entschleunigung. Der Anteil dürfte nicht weiter so rasant steigen wie im letzten Jahr. «Die Modellauswahl wird nicht so schnell weiterwachsen wie 2020, zudem sind viele Kundinnen und Kunden gerade bei Antrieben ohne Verbrennungsmotor nach wie vor zurückhaltend.» Die Gründe hierfür sind vielfältig: Sie reichen von der geringen Förderung im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, über den langsamen Ausbau der Ladeinfrastruktur bis hin zur aktuellen Wohnsituation der Kunden.