Schweizer Automarkt im Juni

So siehts zur Jahreshälfte aus

5. Juli 2022

Nach den ersten sechs Monaten des Jahres liegen die Schweizer Verkaufszahlen hinter dem Vorjahr zurück. Doch es gibt auch positive Neuigkeiten: Die Elektroautos boomen.

Das erste Halbjahr 2022 stand bei Neuwagen im Zeichen der Elektromobilität. Jeder sechste verkaufte Neuwagen wird nun einzig von einem Elektromotor angetrieben, der seinen Strom aus einer Batterie bezieht. In Zahlen heisst das: Es wurden 17'992 Stromer verkauft, was bei gesamt 109'600 Neuwagen im ersten Semester einen Marktanteil von 16,4 Prozent macht. Rekord!

Dazu kommen nochmals 9421 Plug-in-Hybride, die sich übers Stromnetz laden lassen. Womit jeder vierte Neuwagen ein «Steckerauto» war. Trotzdem seien die Verkaufszahlen der Elektroautos keine Selbstläufer, warnt die Importeurs-Vereinigung Auto-Schweiz. Einerseits könne die Anzahl neuer öffentlicher Ladestationen nicht mit dem rasanten Absatz mithalten. Das könne den Absatz bremsen, befürchtet Auto-Schweiz-Präsident Albert Rösti (54). Auch die Diskussion über eine mögliche Strom-Mangellage bereits im kommenden Winter halte viele Kunden von der Bestellung eines elektrischen Modells ab.

Ginge der Stromer-Boom zurück, verschwände die letzte positive Entwicklung am Schweizer Automarkt. Denn aktuell liegen die Verkaufszahlen sogar hinter den schlechten Corona-Jahren. Im ersten Halbjahr 2022 wurden zwölf Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahr. Alleine dieser Juni verzeichnete mit 21'277 Neuwagen ein Minus von 18,2 Prozent gegenüber dem Juni 2021.

Besserung ist aktuell nicht in Sicht. Auto-Schweiz sei, heisst es, sogar froh, dass die Situation nicht schlimmer sei. Wegen des Ukrainekriegs, der Chipkrise und dem Rohstoffmangel halten die Lieferprobleme bei den Autoherstellern an. Man könne jene, die hoffnungsvoll auf ihr Auto warten, nur um Geduld bitten.