Kia EV6

Stromer wird neues Topmodell

3. April 2021

Zeitumstellung? Die ist bei Kia erst im Sommer! Denn mit dem neuen Elektro-Crossover EV6 bricht bei den Koreaner eine neue Zeitrechnung an, ist er doch der schnellste und stärkster Kia aller Zeiten!

Wenn bei Kia eine neue Zeiten anbricht, messen sich die Südkoreaner gar mit Mercedes-AMG, Porsche, Ferrari und McLaren: Um die Werbetrommel für den EV6 GT zu rühren, durfte der neue Stromer gegen AMG GT, 911 Targa S, California T und 570S antreten. Der Kia hat zwar nicht gewonnen, wurde aber hinter dem McLaren 570S Zweiter und lässt die anderen Sportwagen hinter sich! Ein starkes Resultat und ein Beweis für die Leistungsfähigkeit der Elektro-Plattform E-GMP. Die hat Kia zusammen mit Mutter Hyundai entwickelt.

Der EV6 ist der erste Kia auf dieser Plattform und kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen: Vom markanten Gesicht mit spitz zulaufenden LED-Scheinwerfern verjüngen sich die kräftigen Linien an der Seite hin zum kraftvollen Heck, das mit sichelförmigem LED-Leuchtenband Anleihen bei kompakten Rallye-Autos nehmen soll – gut siehts allemal aus. Mit 4,68 Meter Länge kratzt der EV6 am oberen Ende der Kompaktklasse, was auch sein grosser Radstand von 2,90 Metern deutlich macht.

Daraus ergeben sich im Innenraum üppige Platzverhältnisse für Gepäck (Kofferraum 520–1300 Liter) oder bis zu fünf Passagiere. Unter der Fronthaube gibts nochmals ein zusätzliches Staufach mit je nach Version 20 bis 52 Liter. Doch der EV6 wird nicht nur praktisch, sondern auch höchst modern: Der Fahrer blick auf ein gewölbtes Infotainment-Display, das sich bis hinüber zum Beifahrersitz zieht. Zudem verbaut Kia ein Head-up-Display mit Augmented Reality. Dass die Sitze entweder aus veganem «Leder» oder aus einer Vielzahl von recycelten PET-Flaschen gefertigt werden, gehört heute ja schon fast zum guten Ton bei neueren Elektroautos.

Doch kommen wir zum wahren Clou des EV6 – seinem flexiblen Elektro-Antriebs-Konzept: Zum einen lässt sich aus zwei Batteriepaketen mit einer Kapazität von 58 oder 77 Kilowattstunden wählen, was für Reichweiten von wohl rund 350 bis 510 Kilometer sorgen soll. Während die Basis mit 125 kW (170 PS) oder 168 kW (229 PS) und 350 Nm Drehmoment allein über die Hinterachse angetrieben wird, ist der EV6 auch mit 4x4 zu bekommen. Dann leistet der E-Kia 173 kW (235 PS) oder 239 kW (325 PS), hat maximal 605 Nm und beschleunigt so aus dem Stand in 5,2 Sekunden auf Tempo 100.

Das für das Sprintrennen eingesetzte Topmodell EV6 GT packt da nochmals eine Schippe drauf: Die beiden E-Motoren leisten zusammen 430 kW (584 PS) und 740 Nm und lassen den Crossover in 3,5 Sekunden auf Tempo 100 und bis zur Spitze von 260 km/h sprinten – schneller war noch kein Kia!

Doch der EV6 kann nicht nur schnell fahren, sondern auch schnell laden: Dank 800-Volt-Bordsystem lädt der erste nur als Stromer entwickelte Kia an einer passenden Schnelllade-Station in weniger als fünf Minuten Strom für 100 Kilometer. Um die Batterie von 10 auf 80 Prozent aufzuladen, sollen nur 18 Minuten vergehen. Eine neue Ladesteuerung ermöglicht zudem, dass aus dem EV6 auch Strom für andere elektrische Verbraucher entnommen werden kann: Mit der Technik sollen sogar andere E-Autos geladen werden können.

Der Kia EV6, der zudem mit den neuesten Assistenzsystemen für autonomes Fahren (Level 2) ausgestattet ist, wird im Juli nach Europa rollen. Die Preise stehen noch nicht fest.