Jeep-Strategie

Viermal elektrisch

22. September 2022

Jeep gehört zu den Ur-Marken für Geländefahrzeuge und rüstet sich jetzt für die Zukunft. Die Amerikaner wollen zeigen, dass Offroad-Fahren auch elektrisch geht. Deshalb bringt Jeep vier Stromer-SUVs nach Europa.

Jeder Jeep muss abseits der Strasse zurechtkommen. Dieses Credo soll bei der US-Traditionsmarke auch für die Elektromodelle gelten. Bis Ende 2025 planen die Amis vier neue Modelle, alle strombetrieben! Die Geländemarke war bisher noch zurückhaltend und blieb den fetten V6- und V8-Motoren für das Offroad-Abenteuer treu. Aber seit Jeep zum Stellantis-Konzern gehört, wird umgedacht: «Auch künftig sollen Jeep-Fahrer die Natur unseres Planeten abseits der Strasse geniessen können», sagt CEO Christian Meunier. Die Elektro-Offensive der Marke soll den Offroadern die Spielwiese retten. Und natürlich für die Zukunft vorbeugen – ausgerechnet in Jeeps aktuellem Boom-Markt Europa sollen Verbrenner schliesslich ab 2035 verboten werden.

Auf dem Weg in die E-Mobilität haben die Jeep-Ingenieure schon einen alten Zopf abgeschnitten: Den mechanischen Allradantrieb, der Gewicht und Mehrverbrauch ins Auto bringt. «Allrad ist 4xe», sagt Meunier und meint damit das hauseigene Plug-in-Hybridsystem (PHEV): Benziner für die Vorder-, Elektromotor für die Hinterachse. Die Technik wurde seit 2020 schrittweise in den Modellen Renegade, Compass und Wrangler eingeführt; in Kürze wird der neue Grand Cherokee in Europa ebenfalls als PHEV starten. Von Diesel und Benzinern ohne Elektrifizierung hat sich Jeep in Europa mit Ausnahme des italienischen Marktes schon verabschiedet.

Nach dem Grand Cherokee gehts dann los mit der rein elektrischen Jeep-Zukunft. Schon im ersten Quartal 2023 startet bei uns der neue Avenger (Bild). Der Kompakt-SUV mit bis zu 650 Kilometern Reichweite ist knapp unter dem Renegade positionierten. Er soll vor allem junge und weibliche Kundschaft locken – sie fehlen Jeep derzeit noch. Premiere hat der Avenger an der Pariser Motorshow Mitte Oktober, dann werden seine Preise kommuniziert.

Zweites der vier neuen E-Modelle ist der Wagoneer S – kein Abklatsch des XL-SUVs für den US-Markt, sondern ein Edel-Offroader mit 600 PS und ebenfalls rund 650 Kilometern Reichweite. Im Profil wirkt er flach und elegant – dank des freistehenden Heckspoilers, der wie eine Verlängerung des Dachs aussieht.

Dritter im Bunde wird der Elektro-Zwilling des Jeep-Klassikers Wrangler. Der heisst Recon, soll auf der gleichen Technik kommen wie der Wagoneer S und lässt sich ebenfalls ohne Dach und Türen mit maximaler Frischluftzufuhr fahren. Beide kommen bis Ende 2024 in Europa und Nordamerika. Statt wie bisher auf spezifische Modelle pro Kontinent setzt Jeep künftig auf ein globalisiertes Programm. Noch geheim bleibt der vierte Stromer, der 2025 folgen soll.