Montag, 18. November 2019

Ford Mustang Mach-E

Das Elektro-Pony

Um endlich elektrisch zu werden, greift Ford gleich zu zwei zusätzlichen Verkaufsargumenten: Wie schon bei anderen Marken wird der erste Stromer ein SUV. Dazu setzen die Amis auf eine Ikone: Der Mach-E kommt unter dem Mustang-Label!

Bisher steht der Ford Mustang für alles, was in Zeiten der Klimadebatte in der öffentlichen Meinung schlecht ankommt. Viel Leistung, wenig Platz, viel Verbrauch, dafür eben reiner Fahrspass. Die Antike der Auto-Geschichte. Doch bald steht der Mustang auch für die Moderne: Ford setzt die Sport-Ikone unter unter Strom. Ab November 2020 kommt der Mutang Mach-E als elektrischer Crossover mit Hinterrad- oder Allradantrieb mit bis zu 465 PS.

Dabei verzichtet Ford darauf, das Ford-Logo ans Auto zu bauen und setzt voll und ganz auf die Mustang-Karte. Bei den Designer kommt diese Strategie schon mal gut an. Erst sollte der Ford-Stromer erneut eine Art elektrifizierter Focus werden und gegen Nissan Leaf oder VW ID.3 antreten. Doch das Projekt kam nicht auf Touren. Als auf den Mustang-Kurs umgeschwenkt wurde, steigerte das die Motivation von Ingenieuren und Designern: Plötzlich gings flott vorwärts. Das komplette Design wurde umgekrempelt: mehr Radstand, dazu eine Art Fastback-Heck wie beim klassischen Mustang mitsamt dessen kammartigen Rückleuchten.

Im Unterboden des Mach-E steckt in der Topversion eine 99-kWh-Batterie, die in der Kapazität Audi E-Tron (95 kWh), Mercedes EQC (80 kWh) und Jaguar i-Pace (90 kWh) aussticht. Bis zu 600 Kilometer Reichweite nach WLTP-Norm sollen drin liegen. Alternativ gibts einen kleineren Akku mit 76 kWh und 420 Kilometern Reichweite.

Von Konzept her bleibt der Mach-E ein Crossover – schliesslich braucht die hohe Batterie im Unterboden Platz. Die Höhe vor allem am Heck soll das schwarz lackierte Dach kaschieren. Im Innenraum punktet der Mach-E dafür mit sehr ordentlichen Platzverhältnissen, Kopffreiheit und Familientauglichkeit und durchdachten Ablagen. Die Gepäckabteile fassen vorn 100 und hinten 402 bis 1420 Liter. Cool sind der schmale Monitor für die Instrumente und der XL-Touchscreen à la Tesla mit über 15 Zoll Bildschirmdiagonale. Statt komplizierten Menüs wie in Model S und Co. platziert Ford die wichtigen Funktionen immer auf dem Homescreen; so hat man stets alles im Griff. 

Die Fahrleistungen des 2,2 Tonnen schweren Mach-E mag Ford noch nicht verraten – zu früh, um schon exakte Daten der Serienfahrzeuge zu haben. Immerhin: Die Motorleistung ist bekannt. Zum Start lässt sich der E-Mustang in vier Versionen ordern: Mit Standardbatterie leistet er 258 PS und wird ab 49'560 (Heckantrieb, 450 km Reichweite) oder 58'090 Franken (Allrad, 420 km) kosten. Mit dem grossen Akku kommt er ab 58'555 (Heck, 285 PS, 600 km) oder ab 73'590 Franken (Allrad, 337 PS, 540 km). Zum Vergleich: Ein Hyundai Kona Electric mit 204 PS und Frontantrieb schlägt mit mindestens 46'990 Franken zu Buche. 

Zum Start bringt Ford ausserdem eine «First Edition» mit grosser Batterie, Allrad und 337 PS, die ab sofort bei den Händlern gegen Reservierungsgebühr vorbestellt werden kann. Die Krönung folgt dann im Sommer 2021 mit dem 465 PS und 830 Nm starken Mach-E GT Performance.

Auto Zürich Car Show

5. bis 8. November 2020