Montag, 14. September 2020

Skoda Enyaq

Der bezahlbare Elektro-SUV

Wenn VW bei der Elektromobilität aufs Gas drückt, profitieren auch die Tochtermarken Seat und Skoda. So startet Skoda mit einem grossen Elektro-SUV. Der soll rein elektrisch bis 510 Kilometer weit kommen und ein Skoda durch und durch sein.

Skoda wandelt für einmal auf den Spuren von Audi, BMW und Mercedes – und das ausgerechnet mit einem Elektroauto. Aber keine Angst, die als preiswert bekannten Tschechen werden bei ihrem zweiten Stromer nicht plötzlich teuer. Man kann die Tschechen mit dem deutschen Premium-Trio vergleichen, weil Skoda ebenfalls auf einen grossen SUV setzt. Was bei Audi der E-Tron, bei BMW der iX3 und bei Mercedes der EQC ist, wird bei Skoda der Enyaq.

Der zweite Stromer nach dem kleinen Citigo und das erste Modell, das als reines Elektroauto entwickelt wurde, hat das Zeug zum künftigen Flaggschiff der Tschechen. Denn mit einer Länge von 4,65 Metern und einer Höhe von 1,62 Metern rangiert der Enyaq knapp unter dem Skoda-SUV-Flaggschiff Kodiaq. Der Kofferraum des Enyaq iV fasst mindestens 585 Liter – das ist mehr als bei den meisten Konkurrenten mit Verbrennungsmotor. Zudem überraschend: Der beleuchtete Frontgrill, der mit dem sonst üblichen Skoda-Understatement bricht.

Beim Antrieb wirds kompliziert: Geplant sind fünf Leistungsstufen und drei Batteriegrössen. Im Basis-Enyaq 50 iV treibt ein Heckmotor die beiden Hinterräder an, der per Lithium-Ionen-Akku mit 55 kWh gespeist wird. Der Einstiegs-Stromer leistet 148 PS; die maximale Reichweite gibt Skoda mit bis zu 340 Kilometern an. Beim 179 PS starken Enyaq 60 iV reicht der Strom aus einem 62-kWh-Akku für bis zu 390 Kilometer. Am weitesten kommt man bei der heckgetriebenen Version mit 204 PS und 82-kWh-Akku – das soll für bis zu 510 Kilometer reichen. Fehlen noch die beiden Versionen mit 4x4 (dank zwei Motoren), die 265 oder 306 PS leisten. Das Topmodell Enyaq vRS iV kommt auf 460 Kilometer Reichweite, braucht für den Spurt von 0 auf 100 km/h 6,2 Sekunden und schafft eine Spitze von 180 km/h; während sich der Rest mit 160 km/h zufriedengeben muss. Die Ladegeschwindigkeit von maximal 125 kW ist in Ordnung.

Wenn VW bei der Elektromobilität aufs Gas drückt, profitieren auch die Tochtermarken Seat und Skoda. So startet Skoda mit einem grossen Elektro-SUV. Der soll rein elektrisch bis 510 Kilometer weit kommen und ein Skoda durch und durch sein.Serienmässig gibts den Elektro-Skoda mit stromsparenden LED-Scheinwerfern. Und als erster Skoda überhaupt verfügt der Enyaq über ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion, bei dem Wegpfeile scheinbar auf den Asphalt projiziert werden. Fast noch wichtiger sind neue Helfer wie der Ausweichassistent, der mit einem verstärkten Lenkimpuls eine Kollision verhindern hilft. Der Stauassistent und adaptive Tempomat arbeiten jetzt auch in der Baustelle zusammen, was bei einem solch grossen Auto von Vorteil ist. Durch die Anbindung an eine Cloud und die dadurch generierte Schwarmintelligenz kann das System auch in der Stadt das Kommando übernehmen und durch die Verkehrsdaten auf Hindernisse, die sich während der Fahrt auf der Strecke befinden, reagieren. Beim Parken kann der Fahrer den Skoda Enyaq iV so trainieren, dass das Fahrzeug eine bestimmte Parklücke selbsttätig nutzt.

Der Innenraum des Skoda Enyaq iV wirkt eher technisch-puristisch mit 13-Zoll-Touchscreen und virtuellem Cockpit. Bei der Inneneinrichtung haben die Designer auf nachhaltige Materialien geachtet und nutzen zum Beispiel Sitzbezüge, die zu 40 Prozent aus Schurwolle und zu 60 Prozent aus dem Polyester recycelter PET-Flaschen bestehen. Anfang des nächsten Jahres soll der Skoda Enyaq iV beim Händler stehen. Die Preise stehen noch nicht fest, dürften sich aber nicht in Audi-, BMW- und Mercedes-Regionen bewegen. Wer eine Wette platzieren will, dürfte mit einem Einstiegspreis von knapp 40'000 Franken gute Chancen haben. Denn immerhin ist der Enyaq ein Skoda und muss somit ein bezahlbarer Elektro-SUV werden.

Auto Zürich Car Show

15. bis 18. April 2021