Mittwoch, 18. September 2019

Land Rover Defender

Die Legende ist zurück

Eine automobile Ikone in die Zukunft zu führen ist schwer. Mercedes schaffte dies mit seiner G-Klasse ebenso gekonnt wie Jeep mit dem jüngsten Wrangler. Land Rover geht einen komplett anderen Weg und erfindet seinen Defender völlig neu.

Wer dem 5,02 Meter langen Land Rover Defender der neuen Generation in die Scheinwerfer sieht, der wird nicht viel altes und bekanntes entdecken. Er sieht einen neuen Geländewagen, der fraglos in die Familie von Modellen mit dem Land-Rover-Signet passt. Doch er ist grösser, gewaltiger, kraftvoller und deutlich moderner. Vom Ur-Defender sind nicht mehr als ein paar Details und der Modellname geblieben, der sich ein paarmal zu oft auf der Karosserie wiederfindet.

Doch auf den zweiten Blick finden sich weitere Gemeinsamkeiten mit dem so traditionsreichen Vorgänger. Denn auch der neue Defender wird in zwei Karosserielängen mit zwei Radständen als 90er (ab 57'000 Fr.) und 110er (ab 63'300 Fr.) angeboten. Die Proportionen passen und erinnern bei genauerem Hinsehen tatsächlich an den Ahnen, der vor vier Jahren eingestellt wurde. Das Ersatzrad bleibt hinten an der grossen Hecktür und die zweigeteilte Lichtpositionierung der Frontleuchten sorgt dafür, dass auf Zusatzleuchten in der Stossstange verzichtet werden kann. Eine Reminiszenz ist auch die ausgeprägte Schulter, die das neue Modell noch massiger als ohnehin schon macht und die kleinen Dachluken. Verschroben und alles andere als gelungen erscheint gerade bei der Version mit kurzem Radstand die Dekorfläche, mit der auf Höhe der Rückbank die Fensterfläche verkleinert wird. Diese sorgt dafür, dass man im Fond kaum herausschauen kann und darüber helfen auch die auf der Innenseite befindlichen Ablagen nicht hinweg. Zum Glück kann man das Dekorelement auch abbestellen.

Im Innern ist der Defender kaum wiederzuerkennen. Das Cockpit ist komplett animiert und ebenso wie der Rest des Innenraums technisch und puristisch gestaltet. Wahlweise gibts den Defender 110 nicht nur als Fünf- oder Siebensitzer, sondern auch mit einem zusätzlichen Notsitz zwischen Fahrer- und Beifahrersitz, der jedoch kaum Anklang finden dürfte. Auch wenn der Defender mittlerweile zu einem vernetzten High-Tech-Geländewagen geworden ist, der seine Updates via Datennetz bekommt, legen die Entwickler grossen Wert darauf, dass er seine Robustheit behalten hat. Den Innenraum des 1,96 Meter hohen Briten kann man beispielsweise auswaschen. 

An seiner Geländegängigkeit bleiben keinerlei Zweifel. Grosse Rampen- und Böschungswinkel sorgen ebenso für den harten Einsatz abseits befestigter Strassen wie eine Wattiefe von 90 Zentimetern und eine variable Luftfederung. Übersichtlich ist der über fünf Meter lange Koloss trotzdem, denn er hört dort auf, wo der Fahrer es mit seinen Blicken vermutet. Im Antennenfuss ist eine Kamera nach hinten untergebracht – eine pfiffige Lösung, die Ihr Bild in den Innenspiegel projiziert. Das Ladevolumen der Langversion: 1075 bis 2380 Liter.

Das Motorenportfolio ist im Vergleich zum betagten Vorgänger mit seinem Dieselantrieb aus dem Ford Transit ebenfalls nicht wiederzuerkennen. So gibts für den mindestens 2,3 Tonnen schweren Allradler mit obligatorischer Achtgang-Automatik drehmomentstarke Vierzylinder-Selbstzünder mit 200 PS (147 kW) sowie 240 PS (177 kW). Mehr Leistung bieten die Benziner mit 300 PS (221 kW) aus vier Zylindern und dem Reihensechszylinder mit 400 PS (294 kW) sowie Mildhybridtechnik, die ihn sparsamer als den Vierzylinderbenziner macht. Los gehts schon Anfang Jahr mit der Langversion. Später folgt der Dreitürer und Plug-In-Hybride sollen nachgereicht werden. Dabei lässt sich der Offroad-Brite nicht nur mit sieben Farben und vier Ausstattungsthemen, sondern auch Extras wie Dachzelt, Leiter, Seilwinde oder Offroadgrill individualisieren.

Auto Zürich Car Show

5. bis 8. November 2020