Dienstag, 31. August 2021

Bugatti Bolide

Ein französischer Traum

Bugatti kehrt auf die Rennstrecke zurück. Mit dem uninspiriert nur Bolide heissenden Boliden hat die französische Sportwagenwagen-Marke einen reinen Rennwagen auf Basis des Chiron präsentiert, der 1850 PS leistet.

Was passiert, wenn man den Ingenieuren freie Hand lässt? Es entsteht ein Traumwagen mit 1850 PS. Wenn das aber Bugatti-Ingenieure sind und die gutbetuchte Klientel an dem Traumwagen gefallen findet, wird aus dem Gedankenspiel schnell Realität. So ging es mit der Studie Bolide. «Die Reaktionen und Rückmeldungen von Kunden aus der ganzen Welt haben mich überwältigt», erklärt Bugatti-Präsident Stephan Winkelmann, «daher haben wir uns entschlossen, eine Kleinserie des Bolide aufzulegen, um 40 Kunden die Chance zu geben, dieses unglaubliche Fahrzeug erleben zu können.»

Der Bolide wird dabei ein deutlich extremerer Hypersportler als die bisherigen Versionen von Veyron und Chiron. Gedacht nicht für die Strasse, sondern allein für die Rennstrecke. Entsprechend erinnert er eher an einen Le-Mans-Tourenwagen mit Elementen eines Formel-1-Fahrzeugs. Neben dem martialischen Gesicht wird das Design des flachen Bugatti Bolide vom offenen Heck und einem massiven Flügel dominiert. Der Heckflügel in Kombination mit dem Diffusor sorgt für hohe Abtriebskräfte und entsprechend optimale Traktion.

Angetrieben wird der Bugatti Bolide dabei vom weltweit wahrscheinlich spektakulärsten Verbrennertriebwerk überhaupt. Der acht Liter grosse W16-Zylinder mit 1600 PS (1176 kW) und 1600 Nm maximalem Drehmoment ab 2250 Umdrehung aus dem Chiron bekommt durch Rennbenzin mit 110 Oktan einen stimmungsvollen Leistungsnachschlag auf 1850 PS (1360 kW). Mit einem Gewicht von 1450 Kilogramm hat der Franzose ein Leistungsgewicht von weniger als einem Kilogramm pro PS.

Den Antrieb stimmen die Ingenieure für den Rundstreckeneinsatz auf höhere Drehzahlen ab. Unter anderem entdrosseln sie Ansaug- und Abgasanlage, um ein noch schnelleres, spontaneres und extremes Ansprechverhalten zu erzielen. Ebenso werden das Kühlsystem für Turbolader, Motor, Getriebe und Differenzial für eine optimale Leistungsentfaltung angepasst. Zur Sicherheitsausstattung zählen unter anderem HANS-System-Kompatibilität, eine automatische Feuerlöschanlage, Druckbetankung mit Kraftstoffblase, Zentralverschluss für Räder und eine Sechspunkt-Gurtanlage.

In den nächsten drei Jahren wird der neue Hypersportwagen zur Serienreife entwickelt, die ersten Auslieferungen sind für 2024 geplant. Und was kostet der wahr gewordene Traum? Vier Millionen Euro, netto. Beim aktuellen Kurs und Zöllen dürfte der Schweizer Preis also fast fünf Millionen Franken betragen.

Auto Zürich Car Show

4. bis 7. November 2021