Freitag, 13. November 2020

Renault Megane E-Vision

Eine elektrisierende Familie

Renault geht bei der Elektromobilität den deutschen Weg. Die Franzosen starten eine komplette Modellfamilie an Elektroautos, ganz ähnlich dem Vorbild von VWs ID-Reihe. Den Anfang macht die schicke Studie Magen E-Vision. Und mehr ist schon in der Pipeline!

Die beiden französischen Autohersteller Renault und PSA (Peugeot, Citroën, DS, Opel) pushen sich auch in der Elektromobilität zu Höchstleistungen. Dabei gehen beide Konzerne ihren eigenen Weg. Für PSA ist der Elektromotor nur ein weiterer Antrieb, den die Kunden beim Kauf ihres Autos wählen können. Entsprechend gibts keine eigenständigen E-Autos, sondern bekannte Modelle wie 208 oder DS3 mit Elektromotor.

Renault dagegen will seine Elektromodelle von den restlichen Modellen abheben, wie sie es schon mit dem Zoe gemacht haben. Und nun soll eine ganze Modell-Familie neu kommen, die auf einer eigens dafür entwickelten Plattform steht – grösser als jene für den Zoe. Als Prototyp enthüllte Renault den Megane E-Vision und versprach, dass das Serienauto beim Start Ende 2021 zu 95 Prozent der hinreissenden Studie entsprechen wird. Und: Das ist erst der Anfang.

Ganz klar: Renault schielt Richtung VW-Konzern. So ist der 4,21 Meter lange Megane E-Vision ähnlich gross wie VWs ID.3. Und die weiteren zur neuen Megane-Familie gehörenden E-Modelle dürften ebenfalls grössere Crossover im Stil von VW ID.4 und ID.5 werden. Genau wie beim VW-Konzern wird sich auch das Serienmodell des neuen Megane E-Vision die modular entwickelte, sogenannte CMF-EV-Plattform mit weiteren Konzernmodellen von Nissan und – wer weiss – Mitsubishi teilen.

Der neue, rein elektrische Megane wird einen 60 kW-Akku an Bord haben, 160 kW (217 PS) und 300 Nm leisten und in weniger als acht Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Die Batterie erlaubt Schnellladungen mit Gleichstrom bis zu 130 kW. Damit wäre die Batterie im Rahmen eines Kaffeestopps von rund 30 Minuten wieder geladen. Bei der Reichweite bleibt Renault allerdings noch vage und spricht von weiten Strecken ohne Ladestopp. Die neue Plattform erlaubt aber nicht nur Fronttriebler wie den Megane E-Vision, sondern auch immer wichtiger werdende 4x4-Crossover-Modelle mit einem zweiten Elektromotor an der Hinterachse.

Der von Chefdesigner Laurens van den Acker gestylte Megane E-Vision orientiert sich am aktuellen Kompaktklassemodell und wirkt – mit Blick auf VW – deutlich eleganter als das Styling des ID.3. Der Fahrer im E-Vision wird von einer ungewöhnlichen Lichtsequenz begrüsst: Die Einfassungen der Seitenscheiben leuchten, indirektes Licht streut von den Aussenspiegeln bis zum Heck und innen glüht die Displayumrandung. Ob all diese netten Spielereien zu den 95 Prozent gehören, die es ins Serienmodell schaffen sollen, bleibt vorerst Renaults Geheimnis. Sicher ist aber, dass sich das künftige Serienmodell via Firmware Over the Air (FOTA) ohne Besuch in der Werkstatt aktualisieren lässt.

Auto Zürich Car Show

15. bis 18. April 2021