Dienstag, 28. Juli 2020

VW Arteon Shooting Brake

Es lebe der Kombi

Die schlechte Nachricht zuerst: VW stellt die Limousine Arteon, sozusagen den schicken Bruder des Passat, in der Schweiz nach nur vier Jahren ein. Die gute Nachricht: Stattdessen biete VW den Arteon ab Oktober als schicken Kombi Shooting Brake an.

Der schicke VW Arteon hat es schwer in der Schweiz: Fliesshecklimousinen sind bei uns alles andere als gefragt. SUV-Boom hin oder her ist die Schweiz dafür ein Kombi-Land. Ab Oktober kann der Arteon in dieser Disziplin auch mithalten.

Dann lanciert VW sein Oberklasse-Modell als Shooting Brake. Das macht Sinn, sieht der VW Arteon Shooting Brake doch chic und sportlich aus: Kein Gedanke an ein dröges Kombimodell wie den Passat Variant, der sein Vertreterimage über Jahrzehnte kaum ablegen konnte. Neben seinem «individuellen Stil», wie es der zukünftige VW-CEO Ralf Brandstätter (51) nennt, biete er trotzdem «optimale Funktionalität und Variabilität». In der Tat verspricht das Ladevolumen mit 565 bis 1632 Liter jede Menge Platz. Digitalinstrumente, der grosse Touchscreen und volle Vernetzung sind genau so an Bord wie die neueste Assistenz des VW-Konzerns.

Als R wird der Arteon tüchtig sportlich. Zwar wirds anders als erst vermutet keine Sechszylinder mit über 350 PS geben und so auch keinen Image-Gewinn gegen Konkurrenten wie BMW 4er Gran Coupé oder Audi A5 Sportback. Der 320 PS (235 kW) und 420 Nm starke Vierzylinder-Turbo aus dem Golf R ist aber kräftig genug und gleichzeitig ein VW-typisches Zeichen der Zurückhaltung. Das wird auch am Auftritt offensichtlich, denn der allradgetriebene VW Arteon R ist vom normalen Arteon mit R-Design-Paket kaum zu unterscheiden – auch weil Details wie mehr Spoiler fehlen. Aber es gibt eine fahraktive Hinterachse mit Torque-Splitter-Diff.

Neben dem R gibts für Vielfahrer den eHybrid. Dabei handelt es sich um einen Plug-in-Hybrid, der vom gleichen Antrieb wie der Passat GTE befeuert wird: Ein 1,4-Liter-Turbo mit 156 PS wird vom 115 PS starken Elektromotor unterstützt. Unter dem Strich stehen 218 PS (160 kW) und eine E-Reichweite von mehr als 50 Kilometer. Als Allradler ist der Arteon mit Stecker nicht zu bekommen. Um die beliebten Turbodiesel sehr sauber zu machen, arbeiten im Twin-Dosing-Verfahren gleich zwei SCR-Kats, die die Stickoxide um bis zu 80 Prozent senken. Jedoch wirds die Selbstzünder nur noch mit 150 oder 200 PS geben, der 240-PS-Diesel entfällt. Von Konzerntochter Audi hat man sich dafür einen effizienten 190-PS-Benziner mit hoher Verdichtung ins Portfolio geholt.

Insgesamt werden für den Arteon Shooting Brake drei Turbobenziner (190, 280 und 320 PS), die beiden Turbodiesel und die Plug-In-Hybrid-Version angeboten. Wo die Preise starten, verrät VW noch nicht.

Auto Zürich Car Show

5. bis 8. November 2020