Dienstag, 23. Februar 2021

Porsche 911 GT3

Extremer geht nicht

Er ist sozusagen das Nonplusultra von Porsche. Der 911 GT3. Zwei Jahre nach dem neuen Elfer enthüllt Porsche die Extrem-Variante des legendären Sportwagens.

«Stärker, schneller, besser» lautet die Devise einer Neuauflage. Doch der neue Porsche 911 GT3 stellt sogar das in den Schatten. Um 17 Sekunden pulverisiert er die Zeit seines Vorgängers in der «Grünen Hölle» und jagt in 6:59,927 Minuten über die legendäre Nürburgring-Nordschleife. Damit unterbietet er als erster Serien-Elfer die magische Sieben-Minute-Marke.

Dabei ist der Rennwagen mit Strassenzulassung nicht einmal der stärkste 911er der aktuellen 992er-Baureihe. Diese Ehre gebührt weiterhin dem Turbo S mit 650 PS, doch dieser ist eben mehr Strassenfahrzeug als Rennbolide, und mit einem Turbo lässt sich auch noch etwas mehr Power herausholen. Ja genau, im Heck des GT3 brüllt weiterhin ein Sauger. Der Vierliter-Sechszylinder-Boxer stammt aus dem 911 GT3 R, steckt auch im neuen 911 GT3 Cup und erstarkt um zehn auf 510 PS (375 kW). Später könnte ein stärkerer RS (bisher 520 PS) folgen. Der GT3 dreht bis 9000/min, das Drehmoment legt von 460 auf 470 Nm bei 6000/min zu.

Die Ansaugseite setzt auf sechs Einzel-Drosselklappen, geschaltet wird über den Sieben-Gang-Doppelkupplungs-Automat (bei Porsche PDK genannt) oder per Hand mit sechs Gängen, wobei die Power je stets nur an die Hinterräder geht. Der Porsche 911 GT3 PDK saust in 3,4 (manuell 3,9) Sekunden auf 100 und in 10,8 (11,9) Sekunden bis auf 200 km/h und wird bis zu 318 (320) km/h schnell. Das gibt Durst: Der Normverbrauch liegt laut Porsche bei 13,0 (12,9) l/100 km.

Damit die Bestie in Autogestalt rasant bremst, gibts neue Leichtbau-Bremsscheiben mit 408 statt 380 Millimeter Durchmesser bei 17 Prozent weniger Gewicht. Auch die Alu-Schmiederäder mit Zentralverschluss haben abgespeckt, die Karosserie dank mehr Teilen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff und trotz zweier Partikelfilter die Leichtbau-Auspuffanlage – auf dass der neue GT3 mit mehr Technik nicht schwerer werde. Ergebnis: 1418 (PDK 1435) Kilo. Auf Wunsch gibts strassenzugelassene Rennreifen, Überrollkäfig und Feuerlöscher oder ein Leichtbau-Dach aus Sichtkarbon.

Erstmals kommt im GT3 die neue Vorderachse aus dem Le-Mans-Sieger 911 RSR auf die Strasse. Das Doppelquerlenker-Konstrukt mit mehr Sturzsteifigkeit befreit die Stossdämpfer von Querkräften, was agiles Einlenken und die Berechenbarkeit fördern soll. Hinten bleibt es bei der Fünflenker-Hinterachse plus Zusatzgelenke für die unteren Querlenker. Dazu neue Stossdämpfer für mehr Sport und Komfort und stets Hinterachs-Lenkung (je nach Tempo in oder entgegen Lenkrichtung).

Auch das wilde Spoilerpaket mitsamt «Schwanenhals-Heckflügel» ist bei der Fahrmaschine nicht umsonst da. Der Heckdiffusor erzeugt nun viermal mehr Abtrieb als zuvor! In der Summe sind es in Basiseinstellung jetzt rund 50 Prozent mehr Anpressdruck, in der Performance-Position bei Tempo 200 gar 150 Prozent. Da kann man das Cockpit mit «Track Screen» (reduzierte Digi-Anzeigen) und den optischen Schaltassistent mit Motorsport-Schaltblitz durchaus brauchen.

Ein Traum von einer Fahrmaschine! Im Mai 2021 rollt dieser Traum in die Schweiz, wird für die meisten aber wohl ein Traum bleiben. Die Preise für den neuen 911 GT3 starten bei 205'500 Franken. In der Schweiz immerhin samt «Porsche Swiss Package» mit Matrix-LED-Licht, Sport-Chrono-Paket, Rückfahrkamera, Bose-Sound, dem grösseren 90-Liter-Tank und mehr.

Auto Zürich Car Show

4. bis 7. November 2021