Freitag, 22. November 2019

McLaren Elva

Frischer gehts nicht

Zum ersten Mal präsentiert McLaren einen Radikal-Roadster. Der geht extreme Wege: Der Elva kommt serienmässig nicht nur ohne Dach, sondern auch ohne Windschutzscheibe daher. Dafür gibts für 1,7 Millionen Franken 815 PS für Frischluft-Fahrspass.

Mehr Frischluft als im McLaren Elva gibts in keinem Roadster. Die Engländer verzichten serienmässig nicht nur aufs Dach, sondern auch auf Seitenscheiben und Windschutzscheibe! So soll der auf 399 Stück limitierte Elva die Extreme auf eine neue Stufe bringen, indem er «die ultimative Verbindung zwischen Fahrer, Auto und den Elementen herstellt», wie McLaren-CEO Mike Flewitt sagt. Damit die Insassen Fahrspass ohne Helm geniessen, haben sich die Briten das Active Air Management System (AAMS), den Windschutz aus Luft, einfallen lassen!

Dazu wird Luft in der Front angesaugt und strömt vor dem Cockpit wieder aus. Durch einen diskreten Karbon-Windabweiser, der sich je nach Tempo bis zu 150 Millimeter anhebt, wird die Luft übers Cockpit geleitet und schafft so um die Insassen eine «relative Blase der Ruhe», wie es McLaren nennt. Wem das zu herb ist oder wer sich die Frisur nicht per Helm ruinieren will, kann ohne Aufpreis dann aber doch eine Windschutzscheibe ordern. Sollte man jedoch nicht.

Denn nur scheibenfrei verschmelzen Aussen- und Innendesign. Die Karbon-Haut fliesst optisch quasi in den Innenraum. Das ist am oberen Türende und dem Träger zwischen den «Höckern» gut zu sehen. Da der Innenraum dem Wetter ausgesetzt ist, hat McLaren neues Leder entwickelt. Gegen Aufpreis gibts als atmungsaktives und synthetisches Innenmaterial Ultrafabric. Vierschichtig – aussen Schutz, innen Polster. Obwohl der Elva serienmässig ohne Audiosystem kommt, hat McLaren ein optionales Soundsystem entwickelt – mit Lautsprechern, die, kein Scherz, speziell für den Ausseneinsatz bei der Marine entwickelt wurden.

Extrem wenig Auto angesichts des Preises von über 1,7 Millionen Franken? Zum Trost gibts Power pur: 815 PS (599 kW) und 800 Nm aus dem Vierliter-V8-Biturbo hinter den Sitzen. Jener stammt aus der gleichen Familie wie der V8 im McLaren Senna. Der Elva jagt in unter drei Sekunden auf Tempo 100 und in 6,7 Sekunden auf 200 km/h. Noch sind diese Sprintzeiten zwar unbestätigt – aber dann wäre der Elva schneller auf Tempo 200 als der Senna. Und der Roadster soll der leichteste Strassen-McLaren werden – nur ist auch das noch unbestätigt. Aber die ersten Kunden erhalten ihre Fahrzeuge ja auch erst Ende nächsten Jahres.

Auto Zürich Car Show

5. bis 8. November 2020