Montag, 3. Februar 2020

Seat Leon

Junger und vernetzter Löwe

Seat ist der Leon. Der kompakte Spanier ist seit 20 Jahren das Aushängeschild der emotionalen iberischen Marke. Im April kommt die vierte Auflage: Noch schärfer gestylt, hybridisiert, vollvernetzt – und das Überholen auf der Autobahn übernimmt er gleich selbst.

Seat setzt auf Emotionen und zieht vor allem junge Käufer an. Diese sind im Schnitt zehn Jahre jünger als bei der Konkurrenz. Ein Grund für diesen Erfolg ist der Leon – das wichtigste Modell von Seat. Seit 1999 hat die spanische VW-Tochter in drei Generationen 2,2 Millionen Stück verkauft. Diese Erfolgsgeschichte soll die eben vorgestellte vierte Auflage weiterschreiben.

Optisch wird eher behutsam geschärft – schliesslich sieht der (noch) aktuelle Leon keineswegs alt aus. Der Neue trägt klarere Linien – und das «Gesicht» mit Voll-LED-Licht und markentypischem Tagfahrlicht ist völlig neu und markanter. Das Heck ist vom Rücklicht-Band über die ganze Breite geprägt. Nun gibts auch beim Leon LED-«Laufblinker». Die Aerodynamik soll zudem um acht Prozent besser sein.

Einen Dreitürer gibts nicht mehr. Der Fünftürer bleibt fast gleich breit und hoch, der Radstand ist einen Hauch, die Länge um neun Zentimeter auf 4,37 Meter gewachsen. Der Laderaum bleibt mit 380 Litern gleich gross. Der Sportstourer, kurz ST (also Kombi), misst 4,64 (statt 4,55) Meter und packt 617 (plus 30) Liter.

Drinnen rückt der zentrale Zehnzoll-Touchscreen nach oben und übernimmt fast alle Funktionen: Die Zahl der Knöpfe wurde deutlich reduziert. Was es gibt, sind digitale Instrumente – und Hartplastik, aber gut gemacht: Irgendwoher muss der voraussichtliche Preisvorteil zum Golf ja kommen. An Assistenz mangelts nicht. Mit dabei ist der Radartempomat samt teilautonomem «Travel Assist». Überholen geht im teilautomatisierten Modus wie folgt: Der Fahrer betätigt den Blinker – dann wechselt der Leon selbst die Autobahn-Spur und überholt.

Natürlich ist der Leon künftig vollvernetzt, zumal, wie Seat mitteilt, in keinem anderen Modell Apple CarPlay häufiger genutzt werde. Die Spracherkennung, dazu eingebaute eSim fürs Live-Navi, Updates und mehr – das dürfte dem Geschmack der vergleichsweise jugendlichen Kundschaft entsprechen.

Die Antriebe decken alles ausser ganz elektrisch ab: Drei- und Vierzylinder-Benziner (115 bis 290 PS), Diesel (ab 115 PS), Mild- wie Plug-in-Hybrid und Erd-/Biogas (CNG). In der Schweiz startet der neue Leon im April, die Preise – bisher ab 26'850 Franken – sind noch offen.

Auto Zürich Car Show

5. bis 8. November 2020