Sonntag, 7. Juni 2020

Aston Martin DB5

Legende mit dem gewissen Extra

Ein Bubentraum geht in Erfüllung! Aston Martin baut den legendären DB5 wieder – und das erst noch so, wie er im James-Bond-Film «Goldfinger» zu sehen war. Mit Pneu-Aufschlitzer, Maschinengewehr-Attrappen und mit Rauchsystem zum unerkannt Verduften.

Solche Autos werden heute nicht mehr gebaut. Der Aston Martin DB5 (1963 bis 1965) war eine Schönheit. Und als Dienstwagen von Film-Spion James Bond 007 in den Streifen «Goldfinger» (1964) und «Fireball» (1965) mit Sean Connery (90) in der Hauptrolle wurde er weltberühmt. Jetzt bringt Aston Martin das legendäre Coupé zurück – und das erst noch mit den coolen Agenten-Gadgets aus den Filmen.

Dabei würdigte die englische Sportwagenmarke auch ihre eigene Tradition. Gebaut wird sie wie damals zwischen 1963 und 1965 im alten Aston-Werk im britischen Newton Pagnell, wo sonst klassische Astons von Kunden in einen Fast-Neuzustand restauriert werden. Knapp 900 DB5 liefen hier eben nicht vom Band, sondern wurden in Handarbeit gedengelt, geschraubt und lackiert. Auch heute, 55 Jahre später, brauchts trotz neuzeitlicher Werkzeuge rund 4500 Stunden Handarbeit, um einen DB5 auf die Räder zu stellen. Wie früher nach alten Plänen mit handgeformter Aluhaut und einem Vierliter-Reihensechszylinder mit drei Vergasern und 290 PS.

Für die Tricktechnik à la Geheimdienst-Tüftler Q schraubt ein echter Special-Effects-Spezialist mit, der rund ein Dutzend Bond-Filme tricktechnisch begleitet hat. Eingebaut werden Rauchsystem, Wechsel-Kontrollschilder zum Drehen, kugelsichere Stahlplatte im Heck, Rammen in den Stossfängern und Dachluke über dem Beifahrersitz – Schleudersitz (leider) nicht inbegriffen. Dazu kommen Öldüsen, um Gegner ins Schleudern zu bringen, ausklappbare Klingen zum Pneu-Schlitzen in den Felgen und zwei Maschinengewehre in der Front. Alles natürlich imitiert statt funktionsfähig, damit kein Eigner auf dumme Gedanken kommt.

Innen wirds ebenfalls originalgetreu – mit der Nachbildung des Radarmonitors aus dem Film, Telefon in der Fahrertür, Geheimfächern für Waffen und allen Schaltern, auf die auch 007 Zugriff hatte. Dazu gibts Instrumente von Lucas, dem «Prinzen der Dunkelheit»: So wurde der britische Elektrik-Zulieferer genannt wegen angeblich chronisch unzuverlässiger Technik. Aston Martin weist aber darauf hin, dass der neue DB5 nach heutigen Qualitätsstandards gebaut wird. Richtig so, bei dem Preis.

Denn 3,3 Millionen Franken kostet das einzigartige Sammlerstück – ohne Steuern. Assistenzsysteme gibts für diesen Preis jedoch keine und auch kein elektronisches Stabilitätsprogramm oder Anti-Blockiersystem. Nur gute alte hydraulische Bremsen und Zahnstangen-Lenkung – wie früher. Aber diese DB5 dürften auch weniger im Strassenverkehr zu finden sein, sondern eher in Ausstellungshallen. Denn Aston Martin wird nur 25 Stück dieser «neuen» DB5 bauen – und werden auch sie wohl schnell zu seltenen und gefragten Sammlerstücken.

Auto Zürich Car Show

5. bis 8. November 2020