Freitag, 17. Januar 2020

Mercedes eSprinter

Neue Stromlieferung

Jetzt startet die E-Mobilität auch bei den leichten Nutzfahrzeugen. Mercedes elektrifiziert seinen Bestseller Sprinter. Als Elektroversion erspart er so der Umwelt zum Beispiel im Lieferdienst in der Stadt Lärm und Abgase.

Der Stadtverkehr ist und bleibt der ideale Ort für die Elektromobilität. Das trifft nicht nur auf Personenautos zu sondern auch auf Lieferwagen. Beim Kurzstrecken-Cityseinsatz ohne Abgase und Lärm auszuliefern ist eine schöne Idee für den elektrischen Mercedes Sprinter. Einzige Crux: Mit 55-kWh-Akku (600 Kilo) liegt das maximale Ladegewicht des eSprinters bei 891 Kilo, mit der kleineren 41-kWh-Batterie bei immerhin 1045 Kilo. Der Platz bleibt trotz Akkus im Fahrzeugboden gleich geräumig: Im 5,26-Meter-Hochdach-eSprinter sinds 10,5 Kubikmeter.

Je nach Akkugrösse reicht der Strom für 115 bis 168 WLTP-Kilometer. Aber gewerbliche Nutzer legen im Schnitt täglich 60 bis 80 Kilometer zurück, womit die Akku-Tages-Reichweite kein Thema sein sollte – selbst bei voller Beladung. Auf Testfahrt schafft der 55-kWh-Akku 130 Kilometer, der Verbrauch beträgt 37 kWh/100 km. Mit 7,4 kW Wechselstrom sind die Stromtanks nach sechs Stunden wieder voll, mit 80 kW Gleichstrom gehts in einer halben Stunde auf 80 Prozent der Akku-Kapazität.

Mit 85 kW (116 PS) ist der eSprinter trotz 295 Nm ab 1/min kein Kraftprotz, bringt aber die Power des Einstiegs-Diesels. Leer wiegt der Laster 2609 (mit kleinem Akku 2455) Kilo. Für Raketenstarts reichts nicht, aber man schwimmt prima im Verkehrsstrom mit. Wacker gehts auf 80, danach gemächlicher bis 120 km/h Spitze. Rekuperiert wird wie im Mercedes EQC: Man kann über Schaltwippen am Lenkrad variieren. Unter den Fahrmodi erwähnenswert ist «E+»: Dann wird für mehr Reichweite die Leistung auf 70 kW (95 PS) gedrosselt. In der Stadt reicht das leistungsmässig immer noch locker aus.

Bleibt die Kernfrage: Rechnet sich ein E-Nutzfahrzeug? Dazu hat Mercedes zwei Programme bzw. Apps – eine mit «The Mobility House» – entwickelt. Auf Basis von Parametern wie Anzahl Fahrzeuge oder Laufleistung wirds samt Umrüstung auf Lade-Wallboxen kalkuliert und verglichen. Übrigens: Intelligentes Lademanagement bezieht gar die Reihenfolge der anstehenden Einsätze des Fahrzeugs mit ein.

In der zweiten Jahreshälfte rollt der eSprinter in die Schweiz. Damit ist Mercedes schneller als Ford: Der Transit All Electric kommt erst 2021. Nur der Preis des eSprinters ist noch offen.

Auto Zürich Car Show

5. bis 8. November 2020