Freitag, 10. Januar 2020

Rinspeed Metrosnap

Schweizer Lösung für die Mobilität von Morgen

Rinspeed will sein modulares Fahrzeug-Konzept mit unabhängigem Aufbau und Fahrwerk bald auf die Strasse bringen. Für die Serienproduktion war's bisher aber zu teuer. An der Techmesse CES in Las Vegas ist der nächste Evolutionsschritt, der günstigere Metrosnap, zu sehen.

Hat der Schweizer Autovsionär Frank M. Rinderknecht (64) aus Zumikon ZH das Mobilitätskonzept der Zukunft gefunden? Seit dem Snap von 2018 zeigt seine Firma Rinspeed nicht mehr jedes Jahr ein komplett neues Konzeptfahrzeug, sondern jeweils eine Weiterentwicklung des Snap. Nach dem Microsnap letztes Jahr folgt heuer nun an der weltgrössten Tech-Messe, der CES in Las Vegas, der Metrosnap.

Die Zukunftsvision von Rinspeed sind modulare Fahrzeuge. Diese bestehen aus einem autonomen Fahrwerk – genannt «Skateboard» – und dem separaten Aufbau «Pod», der je nach Bedarf eine Passagierkabine oder auch nur ein Warencontainer sein kann. Es ist das erste Konzept, das die Schweizer Ideenschmiede selbst auf die Strasse bringen will. Hauptproblem waren bisher allerdings die Kosten. Mit dem neuen Metrosnap, den Rinspeed an der heute zu Ende gehenden CES zeigt, soll das System nun aber wirtschaftlicher werden.

Kernpunkt ist das neu entwickelte Wechselsystem. Dabei liess sich Rinderknecht von der Luftfahrt inspirieren, deren System global unter allen möglichen Bedingungen und Wettereinflüssen erprobt ist. Es überrascht daher nicht, dass die Aufbauten des Metrosnap an Flugzeugcontainer erinnern. Das neue System ermöglicht ein einfaches, schnelles, sicheres und preisgünstiges Wechseln der Pods. Dieses neue System liess der Zumiker Tüftler bereits patentieren. «Der entscheidende Schritt Richtung Serie ist nun getan», sagt Rinderknecht zuversichtlich.

Er sieht in seinem modularen Konzept die Lösung für viele Mobilitätsfragen der Zukunft: Einerseits können die Fahrwerke länger eingesetzt werden, weil deren Technik weniger schnell veraltet, als die Elektronik und Computertechnologie der Aufbauten. Gleichzeitig können die Aufbauten den jeweiligen Bedürfnissen angepasst und vorübergehend lokal stationiert werden, ohne das Fahrwerk zu blockieren. Rinderknecht hofft, so staugeplagte Städte aber auch die Umwelt zu entlasten.

Der Metrosnap fährt – natürlich – rein elektrisch. Um weniger Zeit beim Laden zu verlieren, verfügen «Skateboard» und «Pod» je über eine Batterie. Die Idee: Der Aufbau wird während der Reinigung und dem Beladen geladen, und lädt später auch den Akku des Fahrwerks. So muss dieses nicht mehr extra zum Laden geparkt werden.

Auto Zürich Car Show

5. bis 8. November 2020