Donnerstag, 8. Oktober 2020

Ford Puma ST

Sportliche Raubkatze

Wer sich bei Ford für ein ST-Modell entscheidet, weiss, dass er sportlicher unterwegs ist. Jetzt bekommt auch der kleine Crossover Puma eine ST-Variante, um sich im Haifisch-Becken der City-SUV behaupten zu können. Dabei gibts keine Abstriche beim Komfort.

Ford ist bekannt für sportlich gute Fahrwerke. Das hilft natürlich, um den Puma bei den vielen City-SUV herausstechen zu lassen. Deshalb verpasst Ford dem Puma nun das Sportlabel ST: Schwarzer Waben-Grill, 19-Zoll-Alufelgen, Dachspoiler sowie ein Frontsplitter für mehr Abtrieb und als Blickfang der nur beim ST optionale, schön giftig grüne «Furious»-Metalliclack.

Im Puma ST steckt der 1,5-Liter-«EcoBoost». Der Turbobenziner hat 200 PS (147 kW) und 320 Nm bei 2500 bis 3500/min. In 6,7 Sekunden eilt der Berglöwe auf 100 km/h, er ist bis zu 220 km/h schnell und benötigt laut WLTP-Norm 6,8 l/100 km. Klingt nach: Fiesta ST, nur einfach hochgesetzt. So einfach ists freilich nicht. Der Puma ist zum Beispiel bei allem sportlichen Klang etwas leiser als der Fiesta ST. Dazu ist er nicht stets so straff wie ein Fiesta ST, sondern prinzipiell komfortabel, aber auf Wunsch sportlich. Denn der Kunde will im Puma mehr Alltagstauglichkeit.

Damit es passt, hat Ford eine andere Federrate und frequenzaktive Zweirohr-Dämpfer mit Bypass-Ventil drin – voll adaptive Dämpfer wären in dieser Preisklasse zu teuer. Dies soll den Komfort gewährleisten. Auf der anderen Seite solls sportlich sein. Also mechanisches Sperrdiff und Massnahmen wie zusätzlichen Querstabilisator. Am Ende 40 Prozent steifer als beim Fiesta ST, was dem Puma ST helfen soll, den höheren Schwerpunkt zu kompensieren. Fette Bremsen gibts auch. Die Lenkung ist 25 Prozent direkter als im Fiesta ST.

Im Lenkrad fallen die Tasten «Mode» und «S» auf. Erstere schaltet die Fahrmodi «Normal», «Eco», «Sport» und «Track» (Rennstrecke) durch, Letztere zwischen «Sport» und «Normal» hin und her. Neben Lenkung und Gasannahme wird das (auch komplett deaktivierbare) ESP variiert. Auch Torque Vectoring steckt drin und regelt jedes Rad einzeln nach Bedarf. Aber auch als ST bleibt der Puma ein Fronttriebler. Nicht zu vergessen: Der ST hat eine Launch Control. Apropos Assistenz: Auch Helfer wie Spurhalter, Totwinkel-Warner oder natürlich ein Notbrems-Assistent sind an Bord.

Bequeme, beheizbare Recaro-Sportsitze mit rutschfestem Bezug, und die Sechs-Gang-Handschaltung liegt gut in der Hand. Das Cockpit ist klassenüblich auf Sportlichkeit getrimmt: Dekor im Karbon-Look, ST-Logos auf Schaltknauf, Sitzen – und beim Öffnen der Türen auch auf den Boden projiziert. Die Instrumente sind digital, das «Sync3»-Infotainment mit Acht-Zoll-Monitor haut uns grafisch nicht vom Hocker, verfügt aber über Apple CarPlay und Android Auto und kann Gefahrenhinweise geben.

Sonst ist auch der ST ein Puma, also bietet nicht enorm, aber genug Platz, eine prima Einstiegshöhe und den grossen 456-Liter-Laderaum plus 81-Liter-Box im Boden. Die Preise zum Bestellstart im Oktober beginnen bei 34‘100 Franken für den 4,19-Meter-SUV, der laut Ford als ST dann Vernunft und Vergnügen vereinen soll.

Auto Zürich Car Show

15. bis 18. April 2021