Mittwoch, 29. Januar 2020

Jaguar F-Type

Stärker, aber ruhiger

Jaguar frischt sein Aushängeschild auf. Die Änderungen am Zweisitzer F-Type sind dezent, aber wirkungsvoll. Optisch wird er leicht retuschiert, innen gibts einen Digitalisierungs-Schub, ein paar PS mehr sind drin – und er brüllt die Nachbarn morgens nicht mehr wach.

Mit dem F-Type ist Jaguar-Chefdesigner Ian Callum (65) anno 2013 ein grosser Wurf gelungen. Kaum ging Callum in den Ruhestand, hatte sein Nachfolger die schwierige Aufgabe, das Aushängeschild der Briten zu überarbeiten: Der F-Type gilt schon als moderne Klassik. Wenig überraschend, legt Jaguar bei der Optik also nur dezent Hand an: Motorhaube noch gestreckter, Grill etwas grösser. 

Am auffälligsten am Facelift sind die schmaleren, tiefer liegenden Scheinwerfer mit je vier LED-Modulen und die flacheren Heckleuchten mit eckigem statt rundem Ausschnitt nach unten. Wichtiger sind Änderungen an jenem Punkt, an dem die Briten der Konkurrenz bisher hinterher hinkten: Das Infotainment wird verbessert. Apple Car Play und Android Auto sind drin, und neu gibts volldigitale Instrumente im 12,3-Zoll-Format. Zudem sieht drinnen nun alles nobler aus.

Die Palette: Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit 300 PS (221 kW) und Heckantrieb, darüber Kompressor-V8 mit 450 PS (331 kW) und Heck- oder Allradantrieb und im R den V8 mit 575 PS (423 kW) und 4x4. Der R hat also nun 25 PS mehr. In 3,7 Sekunden flitzt er auf 100 km/h, und erst bei 300 km/h Spitze wirft die Elektronik den Anker aus. Der V6 entfällt zumindest vorerst, aber wie bisher gibts auch künftig neben dem Coupé wieder den offenen Convertible (Roadster).

Nicht nur, aber gerade beim R haben die Ingenieure das Torque Vectoring per Bremseingriff verbessert, das elektronisch angesteuerte Sperrdifferenzial neu abgestimmt und Sturz- und Spursteifigkeit verbessert. Die optionalen Karbon-Keramik-Bremsen des Top-F-Type reduzieren ihre ungefederten Massen um 21 Kilo. Bei Varianten mit V8-Motor übernimmt die in allen F-Type serienmässige Achtgang-Automatik die Software vom XE SV Project 8 und schaltet schneller.

Auch für weniger Aufsehen ist gesorgt: Der bisher in Sachen Sound als besonders deftig bekannte Achtzylinder bekommt endlich einen «Quiet-Start»-Modus, damit Nachbarn morgens weiterschlafen können. Im März rollt der überarbeitete F-Type als Coupé und Roadster in die Schweiz. Die Preise starten bei 73'500 Franken.

Auto Zürich Car Show

15. bis 18. April 2021