Schweizer Automarkt im Mai

Alternativen machen Hoffnung

11. Juni 2021

Jeder dritte Neuwagen verfügt dieses Jahr über einen alternativen Antrieb. Wasserstoff-, Gas-, Elektro- und diverse Hybrid-Autos machen bisher 37,8 Prozent der Verkäufe aus – neuer Rekord! Aber es gibt auch schlechte Nachrichten.

Die Autohändler schauen neidisch auf die Menschenschlangen vor Ikea und den Baumärkten. Denn die Nachfrage nach neuen Autos zieht trotz nachlassender Corona-Krise nur schleppend an. Im Mai wurden in der Schweiz 19'991 Neuwagen verkauft. Das sind zwar 43,9 Prozent mehr als im Mai des letzten Jahres. Trotzdem ist es der zweitschlechteste Verkaufsmonat Mai seit der Jahrtausendwende. Das gleiche Bild zeigt sich übrigens über alle fünf Monate des Jahres: Mit 98'542 Fahrzeugen wurden 2021 bisher zwar 25,2 Prozent mehr Autos verkauft als im letzten Jahr in derselben Periode. Dennoch liegen die Neuwagenverkäufe auch heuer rund 20 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt (berechnet über die letzten zwei Jahrzehnte noch ohne Pandemie).

Und die Importeurs-Vereinigung Auto-Schweiz schaut auch eher verhalten in die Zukunft. Mit dem Ende der Pandemie wird sich nicht sofort eine Besserung einstellen, vermutet sie. «Die Kunden werden zurückhaltend bleiben, weil die wirtschaftlichen Aussichten unsicher sind», sagt Mediensprecher Christoph Wolnik. Und er ergänzt mit Blick auf die Politik: «Auch die Abstimmung zum CO2-Gesetz und die nicht abzuschätzenden Folgen verunsichern die Kunden.» Dazu wird die Autobranche aktuell noch durch die globalen Lieferprobleme bei den Mikrochips eingebremst. Auch sie wirken sich negativ auf die Verkaufszahlen aus. Abgesehen von einigen ungeduldigen Kunden, die vielleicht abspringen, sollte der Chipmangel allerdings eine Erholung des Automarktes nicht stoppen, sondern lediglich etwas hinauszögern.

Dennoch ist der allgemeine Trend zu Alternativantrieben schon jetzt klar auszumachen – sie laufen Benzin- und vor allem Dieselautos immer mehr den Rang ab. Nach den ersten fünf Monaten des Jahres liegt der Marktanteil der Modelle ohne reinen Benzin- oder Dieselmotor bei 37,8 Prozent. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 21,4 Prozent. Total entfielen seit Jahresbeginn 37'252 Neuzulassungen auf Hybrid-, Elektro-, Gas- und Wasserstoff-Autos, nach 16'840 im Vorjahr – ein Plus von 121,2 Prozent. Darunter sind 8'629 Elektroautos (+ 98,8 %) und 8'070 Plug-in-Hybride (+ 141,9 %). Der gemeinsame Marktanteil dieser Steckerfahrzeuge liegt damit bei 17,0 Prozent – nach 9,7 Prozent zum vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt. Im Mai allein betrug ihr Marktanteil bereits 18,8 Prozent.