Nio ET5

China-Stromer schafft 1000 Kilometer

6. Januar 2022

Noch dieses Jahr will die chinesische Elektromarke Nio auch in Europa starten. Ein wichtiger Teil des Erfolgspuzzles soll der Nio ET5 werden. Er tritt ab Herbst gegen Tesla Model 3 und Co. an – mit 1000 Kilometer Reichweite!

Nio ist bei uns ein bisher noch unbekannter Name. Wenn ihn jemand hierzulande kennt, dann aus der Formel E: Denn Nio ist eines der wenigen Teams, das seit der ersten Saison 2014/2015 dabei ist. Doch Nio ist auch ein Autohersteller und der hat dieses Jahr Grosses vor. Die in Shanghai beheimatete chinesische Marke startet 2022 in Europa und will im Frühjahr Dänemark, Deutschland, Schweden und die Niederlande und ab Herbst dann auch die Schweiz elektrisch erobern.

Nachdem Nio Anfang 2020 mit Finanzproblemen kämpfte und nur dank einer Geldspritze der chinesischen Acht-Millionen-Stadt Hefei wieder auf Kurs kam, hat sich die Marke in China fest etabliert – etwa mit den E-SUVs ES6 und ES8 oder dem SUV-Coupé EC6. Ende letzten Jahres wurde dann die luxuriöse Limousine ET7 gezeigt: Dank neuartigem Feststoff-Akku sollen 1000 Kilometer Reichweite drin liegen!

Um in Europa zum Erfolg zu fahren, braucht es aber auch noch eine Mittelklasse-Limousine gegen BMW i4, Polestar 2, Tesla Model 3 und Co. – und Reichweite. Der coupéhafte ET5 soll mit 75-kWh-Akku 550, optional mit 100 kWh über 700 und mit 150 kWh ebenfalls 1000 Kilometer weit kommen. Zudem will Nio aufbauen, was zuvor als tot galt, aber in China bereits läuft: Batterie-Wechselstationen.

Bei der Leistung lässt sich Nio nicht lumpen. Der Allradantrieb des ET5 wird von zwei E-Motoren mit zusammen 489 PS (360 kW) und 700 Nm befeuert. Von 0 auf 100 km/h soll es in 4,3 Sekunden gehen und dank der vom Nio-Sportwagen namens EP9 abgeleiteten Bremsen von 100 km/h in 33,9 Metern wieder bis zum Stand.

Im Cockpit voller nachhaltiger Stoffe generiert Dolby Atmos 7.1.4 den Surround-Sound, die Ambiente-Beleuchtung 256 Farben. Das Head-up-Display projiziert gefühlt eine 201-Zoll-Anzeige. Auch autonomes Fahren soll an Bord sein. Was fehlt? Bisher vor allem ein Schweizer Preis.