VW Amarok

Ein Zwilling kommt selten allein

15. Juli 2022

Der neue VW Amarok startet Anfang 2023 rund ein halbes Jahr nach seinem Zwilling Ford Ranger. Dank dessen Technik gibts den VW-Pick-up in absehbarer Zukunft auch als Stromer.

Ohne den Ford Ranger gäbe es keinen neuen VW Amarok. Denn nur mit einem Kooperationspartner lohnte sich die Entwicklung eines neuen Pick-ups, da sich Ford und VW so den Aufwand teilen konnten. Gerade bei den sogenannten Pritschenwagen ist das keine Seltenheit. Auch Nissan Navara und Renault Alaskan sind Zwillinge, und der Mitsubishi L200 hatte bis 2020 mit dem Fiat Fullback ebenfalls ein Schwestermodell.

Bei Ranger und Amarok bedeutet die enge Verwandtschaft, dass der VW ebenfalls im Ford-Werk in Südafrika produziert wird. Vornehmlich Ford hat den Pick-up dort für beide Marken entwickelt. Es überrascht deshalb nicht, dass die meiste Technik (etwa Motoren) von Ford stammt. Nur beim Design hat VW den eigenen Stempel aufgedrückt.

Bereits die Front des Pick-ups mit LED-Augen und grossem Grill macht Eindruck. «X-Design» nennts VW, es soll der Stärke und Kraft des Amarok Ausdruck verleihen. Nur Spiegel, Dach und Heckscheibe teile sich der VW mit dem Ford, heisst es seitens VW. Wie meist bei Pick-ups gibts den Amarok mit Doppel- oder nur zweitüriger Einzelkabine.

Im Vergleich zum Vorgänger ist der Amarok mit 5,35 Meter zehn Zentimeter länger. Mit der Höhe von 1,88 Metern bleibt er parkhaustauglich. Vom längeren Radstand profitiert die Ladefläche, die eine Europalette lädt, die 1,2 Tonnen Last tragen darf. Die Verzurrösen halten 500 Kilo, die Dachlast beträgt 350 Kilo. Das reicht für ein Dachzelt. Reicht das nicht, zieht der Pick-up bis zu 3,5 Tonnen.

So rustikal sich der neue VW Amarok von aussen präsentiert, so wohnlich ist es im Inneren. Bequeme Sitze bieten viel Platz für zwei oder in der Doppelkabine fünf Personen. Der Lifestyle-Anspruch zeigt sich bei der Ausstattung: digitale Instrumente wie im «normalen» Auto. Für das Infotainment übernimmt VW den Touchscreen im Tablet-Format mit zehn oder zwölf Zoll von Ford. «Wir wollen Gewerbe und Private gleichermassen ansprechen», so Krause. Vor allem wird der Pick-up wohl wieder der Büezer im Dienste von Gärtnereien und Baufirmen.

Für den neuen Amarok darf sich VW vier Turbodiesel und einen Turbobenziner aus dem Ford-Regal ausleihen. Davon schaffen es drei Diesel in die Schweiz. Ein Zweiliter-Vierzylinder ist mit 170 und 209 PS (125 und 154 kW) erhältlich. Das für Private gedachte Topmodell ist der Dreiliter-V6-Diesel mit 250 PS (184 kW). Später soll wie auch beim Ranger einen Elektro-Version folgen.

Während es für die Einstiegsversion noch eine Handschaltung gibt, werden die anderen beiden serienmässig mit Fords Zehn-Gang-Automat geliefert. Zudem verfügt der Amarok bei uns serienmässig über Allrad, je nach Motor haben die Kundinnen und Kunden die Wahl zwischen zuschaltbarem oder permanentem.

Der neue VW Amarok startet Anfang kommenden Jahres bei uns. Die Preise sind noch nicht bekannt.