Schweizer Automarkt im Juli

Es geht aufwärts

2. Juli 2021

Der Schweizer Automarkt erholt sich langsam von der Corona-Krise. Er steht besser da als vor einem Jahr, ist aber noch unter dem langjährigen Durchschnitt. Weiterhin erfreulich entwickeln sich dabei die alternativen Antriebe.

Diesen Juni konnten in der Schweiz 6,2 Prozent mehr Neuwagen verkauft werden als im Juni letzten Jahres. Dennoch lagen 26'005 Neuzulassungen (Juni 2020: 24'477) rund 13 Prozent unter dem langjährigen Juni-Durchschnitt seit der Jahrtausendwende von gut 30'000 Einlösungen. Die Nachwirkungen der Corona-Krise sind in Form von gedämpfter Nachfrage, fragilen Lieferketten und einem Mangel an elektronischen Bauteilen nach wie vor spürbar.

Gleichzeitig erreichten die alternativen Antriebe neue Rekordwerte: 18,2 Prozent der Neuwagen liessen sich per Stecker laden, sind also E-Autos oder Plug-in-Hybriden. Mit 9,9 Prozent Anteil fährt rund jeder zehnte der 124'547 neuen Personenwagen, die seit Jahresbeginn auf die Strassen der Schweiz und Liechtensteins gekommen sind, rein elektrisch – 12'319 mit einer Batterie, 31 mit einer Brennstoffzelle. Hinzu kamen 10'356 elektrisch aufladbare Plug-in-Hybride, die so einen Marktanteil von 8,3 Prozent erreichten. Die Stückzahlen dieser Neuwagen mit elektrischem Antrieb haben sich innert Jahresfrist mit einem Wachstum von 124,4 Prozent mehr als verdoppelt. Trotz des teils mangelhaften Nachschubs an elektronischen Bauteilen werden entsprechende Modelle von zahlreichen Herstellern bei Produktion und Auslieferung priorisiert.

Trotz eines um 20,7 Prozent höheren Marktvolumens als im ersten Halbjahr 2020 fällt die Halbjahresbilanz vom Sprecher der Importeurs-Vereinigung Auto-Schweiz, Christoph Wolnik, durchzogen aus: «Wir sind beim Marktvolumen noch nicht da, wo wir gerne wären. In den kommenden sechs Monaten liegt noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns, damit unsere Jahresprognose von 270'000 neuen Personenwagen überhaupt Realität werden kann.» Die Auto-Importeure hoffen deshalb auch, dass sich die schwierigen Produktionsumstände bei den Herstellern bald verbessern.