Polestar 3

Nummer 3 ist ein SUV

17. Oktober 2022

Die schwedische Elektromarke und Volvo-Tochter Polestar präsentiert das dritte Serienmodell – ein SUV mit der kreativen Bezeichnung Polestar 3. Er bietet neuste Technik, Luxus, reichlich Power und viel Reichweite.

Modellbezeichnungen sind so eine Sache. Gerade bei den Elektromodellen verzetteln sich einige etablierte Marken. Volvos Edel-Elektrotochter Polestar macht es sich einfach und nummeriert einfach durch. So heisst das dritte Modell der noch jungen Marke schlicht Polestar 3.

Der SUV der oberen Mittelklasse ist 4,90 Meter lang und 1,61 Meter hoch. Das Ziel der Designer: skandinavischen Purismus mit den wichtigsten Charakteristiken eines SUVs zu verbinden. Gleichzeitig legten sie trotz kraftvoller Statur Wert auf aerodynamische Eigenschaften. Umgesetzt in Designelementen wie den vorne in der Motorhaube sowie im Heckspoiler integrierten Aero Wing und Aeroblades am Heck. Hinzu kommen zusätzliche Elemente wie die geteilten Scheinwerfer oder die sogenannte SmartZone. Eine Fläche unter dem vorderen Aero Wing, in der mehrere nach vorne gerichtete Sensoren, ein beheiztes Radarmodul und eine Kamera untergebracht sind.

Die Liste der Technik-Highlights ist lang: Serienmässig verfügt der Polestar 3 über fünf Radarmodule, fünf Aussenkameras und zwölf Ultraschallsensoren, deren Daten in der neuen Software-Plattform von Chip-Spezialist Nvidia verarbeitet werden. Neueste von Polestar-Mutter Volvo entwickelte Innovation sind Radarsensoren im Innenraum, die erkennen, wenn Kinder oder Haustiere unbeabsichtigt im Fahrzeug zurückgelassen werden. Das System, das mit der Klimaanlage verbunden ist, kann im Notfall kühlen oder heizen, um Hitzschlag oder Unterkühlung zu vermeiden.

Der Innenraum wirkt auf den ersten Bildern schlicht und edel. Es kommen nachhaltige Materialien in Naturfarben, bioverträgliche Mikrofasern, tierschutzkonformes Leder und vollständig rückverfolgbare Bezüge aus Wolle zum Einsatz. In der Mitte des Cockpits thront ein 14,5 Zoll grosser Touchscreen. Wie schon im Polestar 2 kommt das mit Google entwickelte Betriebssystem Android Automotive OS zum Einsatz. Es lässt sich wie Smartphones updaten.

Im Grundsatz bleibt aber auch der 3er ein Auto zum Fahren: Das Lancierungsmodell hat je ein E-Motor pro Achse, die zusammen maximal 490 PS (360 kW) und 840 Nm Drehmoment leisten. Mit dem optional erhältlichen Performance-Paket steigt die Leistung gar auf 517 PS (380 kW) und 910 Nm. Den Sprint von 0 auf 100 km/h soll der Polestar 3 in 5,0 Sekunden (4,7 s als Performance) absolvieren und eine Spitze von 210 km/h erreichen. Neben einstellbarem One-Pedal-Driving ist der SUV mit einer elektrischen Torque-Vectoring-Doppelkupplung an der Hinterachse ausgestattet, die den hinteren Motor für mehr Effizienz entkoppeln kann, womit der Polestar 3 kurzzeitig vom Allradler zum Fronttriebler wird.

Ausserdem kommt eine neue, adaptive Luftfederung zum Einsatz – für den Wechsel zwischen komfortableren und dynamischen Federungseigenschaften. Das Fahrzeug kann seine aktive Dämpfergeschwindigkeit alle zwei Millisekunden elektronisch anpassen.

Für genügend Saft sorgt eine 111 Kilowattstunden grosse Batterie im Unterboden, dank der der Polestar 3 bis zu 610 Kilometer weit stromern soll. Die maximale DC-Ladeleistung beträgt 250 kW. Serienmässig ist eine Wärmepumpe an Bord, welche die Umgebungswärme für die Klima- und Batteriekonditionierung nutzen kann. Ausserdem ist der Polestar 3 für bidirektionales Laden gerüstet.

Produziert wird der Polestar 3 im chinesischen Werk Chengdu von Kooperationspartner Geely. Allerdings erst ab Mitte nächsten Jahres. Voraussichtlich ein Jahr später folgt eine weitere Fertigung im US-Werk Ridgeville. Die ersten Modelle des Polestar 3 sollen im Herbst 2023 nach Europa kommen. Onlinebestellung sind ab sofort möglich, die Preise starten bei 99'900 Franken.