VW Taigo

Samba aus Wolfsburg

2. August 2021

Jetzt also auch VW: Mit dem Taigo gibts ab Ende Jahr ein SUV-Coupé im Programm sein Debüt. Mit seinen brasilianischen Wurzeln soll er das Segment der kleinen SUV aufmischen.

Familienbande können Ozeane überwinden: Vor 35 Jahren bewarben sich die Zwillinge Marco und José Carlos Pavone bei Volkswagen mit dem Entschluss, Designer beim deutschen Autogiganten zu werden. Heute ist Marco Chef des weltweiten Exterieurdesigns der Marke VW und Bruder José Leiter Design von VW Südamerika. Obwohl ihre Arbeitsplätze Wolfsburg (D) und Sao Paulo (BRA) tausende Kilometer voneinander entfernt liegen, arbeiten sie eng zusammen. Der Grund ist das neue SUV-Coupé Taigo, das VW nun offiziell vorgestellt hat.

Seit knapp einem Jahr wird der Taigo bereits im Heimatland der Pavone-Brüder angeboten, läuft aber in Brasilien unter dem Namen Nivus. Für Europa wurde das Modell, das auf der Plattform von Polo und T-Cross steht, aber mit 4,27 Meter länger gerät, optisch angepasst und die Ausstattung aufgewertet. Faktisch ist der Taigo das erste SUV-Coupé von VW in Europa und soll sich trotz ähnlicher Masse mit mehr Lifestyle von den Technikbrüdern abheben.

Auffälligste Designmerkmale sind die coupéhafte Dachlinie, die von den LED-Scheinwerfern zum Logo laufenden LED-Leuchtleisten an Front und Heck, jede Menge Schürzen und Dekor sowie bis zu 18 Zoll grosse Felgen. Auf Wunsch und je nach Ausstattungslinie gibt es ein schwarz lackiertes oder Panorama-Dach. In der höchsten, sportlichsten Ausstattung «R-Line» bietet VW ein Design-Paket («Black Style») mit zusätzlichen schwarzen Designelementen an. Bereits ab der zweitniedrigsten Ausstattung «Style»ist der Taigo seriemässig mit Matrix-LED-Scheinwerfern – bei VW IQ-Light genannt – ausgestattet.

Innen wird das SUV-Coupé auf eine junge Zielgruppe ausgerichtet und verfügt je nach Ausstattung über digitale Instrumente, Infotainment mit bis zu 9,2-Zoll-Touchscreen, kabelloses Handyladen, Touchleisten für die Klimaanlage und 300-Watt-Beats-Soundsystem. Auch bei den Assistenzsystemen ist der Taigo eher eine Klasse höher angesiedelt – gegen entsprechendes Entgelt, versteht sich – und fährt dank «Travel Assist» teilautonom nach Level zwei. Spurhalte- und Notbrems-Assistent sind immer an Bord. Der Kofferraum ist trotz abfallender Dachlinie mit 438 Litern nur marginal kleiner als beim SUV-Bruder T-Cross (455 Liter), auch Anhängerkupplung ist optional verfügbar.

Bei den Antrieben soll es vorerst keine elektrifizierten Hybride geben. VW setzt auf zwei Dreizylinder-Benzinmotoren (TSI) mit 95 und 110 PS sowie als Topversion auf den Vierzylinder-TSI mit 150 PS. Die Spitze liegt bei 183, 191 und 212 km/h. Gangwechsel erfolgen je nachdem per Fünf- oder Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder aber per Sieben-Gang-Doppelkupplungs-Automat.

In der Schweiz ist der Taigo ab Herbst bestellbar, die ersten Auslieferungen sind für Dezember geplant. Genaue Preise gibt VW noch nicht bekannt, sie dürften aber in der Basis-Ausstattung «Taigo» bei knapp über 20'000 Franken starten. Für «Life», auf die wohl deutlich mehr Kundinnen und Kunden zurückgreifen dürften, wird es wohl bei mindestens 25'000 Franken losgehen.